Die Frankfurter Campus-Meile als städtische Struktur entwickeln und den Wissenschaftsstandort Frankfurt stärken

Gemeinsamer Antrag NR 291/17 der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN im Römer

Frankfurt ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Sieben Hochschulen (Goethe-Universität, Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurt School of Finance and Management, Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Städelschule, Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, Provadis School of International Management and Technology), 60.000 Studierende, 6 Max-Planck-Institute (von insgesamt 8 in Hessen) sowie eine Reihe von Forschungseinrichtungen (so unter anderem die Leibnitzgesellschaft, das Institut für Internationale pädagogische Forschung, das Institut für Sozialforschung, das Sigmund-Freud-Institut, das Institut für sozialökologische Forschung und die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)) nicht zuletzt die Deutsche Nationalbibliothek und Museen von internationaler Bedeutung machen Frankfurt zu einer Stadt ersten Ranges für Wissenschaft und Forschung. Wissenschaft und Forschung sind bedeutende Standortfaktoren für Frankfurt und Wachstums- und Innovationstreiber für die ganze Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

Entlang der Campus-Meile hat sich ein Cluster der Wissenschaft etabliert, der zum vernetzten Standort für Innovation und Fortschritt ausgebaut werden soll. Mit dem Neubau der Frankfurt School of Finance & Management auf dem Gelände der ehemaligen Oberfinanzdirektion und der räumlichen Öffnung des Campus Westend zur Hansa-Allee und zur Miquel-/Adickesallee mit Sondergebieten (SO) für Hochschulen (Bebauungsplan 802) ist der richtige Zeitpunkt gekommen, "Europas erste Campus-Meile" entlang des Frankfurter Alleenrings als neue Struktur zu begreifen und bewusst zu entwickeln und städtebaulich und konzeptionell herauszuheben. Die zukünftigen Überlegungen zur Stadt-, Verkehrs- und IT-Planung in Frankfurt am Main sollen die Campus-Meile als zusammenhängende und vernetzte Struktur fördern und entwickeln.

Ein geeignetes Instrument hierfür könnte ein Master-Plan sein, der in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Frankfurt am Main und den an der Campus-Meile ansässigen wissenschaftlichen Institutionen aufgestellt wird. Darüber hinaus ist bei der Erarbeitung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (§ 4552 vom 22.05.2014 (M9/2014 vom 17.01.2014; B 298 vom 03.08.2015 und B 357 vom 02.10.2015) Frankfurt auch als Wissenschaftsstandort weiterzuentwickeln, um als räumliche Entwicklungsstrategie Verbindlichkeit zu erlangen. Klar ist, dass ein solcher Prozess nicht allein von der Stadt initiiert werden kann, sondern von den beteiligten Institutionen aus Forschung und Lehre aufgegriffen werden muss.

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Der Magistrat wird beauftragt,

1. einen ersten konzeptionellen Ansatz für die weitere Entwicklung der Frankfurter Campus-Meile zu entwerfen, insbesondere wie die dort ansässigen oder hinzukommenden Wissenschaftseinrichtungen und ihr Bedarf räumlich entwickelt und verbunden werden können. Dabei soll geprüft werden, ob im nächsten Schritt die gemeinsame Ausarbeitung eines Master-Plans erfolgen kann. In diesem Masterplan ist der zukünftige Bedarf (auch hinsichtlich Wohnungen, Freizeit- und Sporteinrichtungen, besseren Verkehrsanbindungen und -verknüpfungen insbesondere für optimierten Rad- und Fußgängerverkehr am Alleenring) der Institutionen zu prognostizieren. Dieser prognostizierte Bedarf aus dem Masterplan muss in die verschiedenen Ressortplanungen einfließen.

2. im integrierten Stadtentwicklungskonzept Frankfurt die Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsszenarien des Wissenschaftsstandorts, aufbauend auf den funktionalen Verknüpfungen mit der Region und dem Statusbericht vom Sommer 2016, umfassend darzulegen.