"Frühe Hilfen" im Gesundheitsamt weiterentwickeln

NR 538/18 Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN

Das Projekt "Frühe Hilfen" am Gesundheitsamt arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich in Frankfurt am Main. Hebammen, Kinderkrankenschwestern und -pfleger, Kinderärztinnen und Kinderärzte und Ärztinnen und Ärzte begleiten Familien bedarfsgerecht und individuell von der Geburt des Kindes an bis zum ersten Geburtstag mit dem Ziel, die Gesundheit und die Entwicklungschancen der Kinder und ihrer Familien zu erhöhen. Das Konzept sieht bisher vor, die Familien spätestens bis zum ersten Geburtstag des Kindes an vorhandene ambulante Hilfestrukturen wie Familienbildungszentren, Kindergemeinschaftseinrichtungen usw. angebunden zu haben. Dies gelingt aber oftmals nicht bei Familien, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben. Gerade in schwierigen Lebenssituationen fällt es vielen Eltern schwer, sich Hilfe für sich selbst und für ihre Kinder zu holen.

Die "Frühen Hilfen" sollen deshalb nach dem "Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG)" weiterentwickelt werden: Familien mit Kleinkindern sollen bei Bedarf künftig bis zum vollendeten 3. Lebensjahr begleitet und betreut werden können.

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Der Magistrat wird gebeten,

ein Konzept mit Kostenangabe (inklusive Personalaufwand und Sachkosten) zu erarbeiten und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen, welches die "Frühen Hilfen" bis zum vollendeten 3. Lebensjahr des Kindes weiterentwickelt.

Folgende Punkte sollen in das Konzept eingearbeitet werden:

- die Weiterentwicklung der "Frühen Hilfen" baut auf vorhandene Netzwerke, Strukturen und Erfahrungen auf,

- aufsuchende Arbeit wird von Geburt an bis zum vollendeten dritten Lebensjahr als Brückenangebot der medizinischen/psychologischen und/oder pädagogischen Frühförderung ermöglicht, auch in der Familie,

- Familienbildungsstätten und andere Institutionen werden in die gesundheitsfördernde Elternbildung eingebunden,

- das Konzept stellt eine ämterübergreifende Unterstützung und Betreuung der Familien und ihrer Kinder sicher.