Ein Consilium für den neuen Stadtteil im Frankfurter Nordwesten

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 03. November 2017

Die GRÜNEN im Römer werben für ein Consilium für den geplanten neuen Stadtteil im Frankfurter Nordwesten beidseits der Bundesautobahn A 5, das parallel zu den "vorbereitenden Untersuchungen" durchgeführt werden sollte. "Wir halten ein Consilium für notwendig, das Vorschläge erarbeitet, die wünschenswerte Bilder des neuen Stadtteils zur Diskussion stellen. Am Anfang der Planungen für neue Stadtteile können die meisten Fehler gemacht werden und hier sind maßgebliche Weichenstellungen im Verfahren von größter Bedeutung", erklärt Uli Baier, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer.

"Es war ein strategisch kluger und vorausschauender Schritt, dass Anfang der 1990er Jahre die rot-grüne Stadtregierung das Consilium Stadtraum Main als Beratungsgremium in Gang gesetzt haben, um die Stadtteile Schlachthof/Deutschherrenviertel, Westhafen und andere Räume neu zu konzipieren, und vorher die Chancen und Schwierigkeiten des Wohnens am Fluss gründlich auszuloten", erinnert Uli Baier. Der Kern aus fünf hochrangigen Beratern, auch aus dem europäischen Ausland, traf sich mehrmals einige Jahre, um konzeptionell und zu Fragen strategischen Vorgehens Vorschläge zu erarbeiten.
"Das neue Consilium sollte in seinem Kern aus Fachleuten für Stadt-und Raumplanung, Ökologie und Landschaftsplanung, Organisations-und Verfahrensoptimierung, Wirtschaft und Sozialwissenschaften bestehen", erläutert Uli Baier. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Nachbargemeinden als ständige Gäste und weitere Sachverständige sollten je nach Bedarf hinzugezogen werden.

Der Magistrat soll in der Auswertung der Arbeitsweise und Ergebnisse des Consiliums Stadtraum Main möglichst bald den Vorschlag für ein Consilium zum neuen Stadtraum an der A 5 der Stadtverordnetenversammlung vorlegen. "Dieses Consilium", so wünscht Uli Baier, "wäre dann ein Vorlauf für eine internationale Baustellung FrankfurtRheinMain, in der das alle Kommunen hier betreffende Thema "Wachstum in Spannung zum Klimaschutz" als gemeinsame, große und umfassende Herausforderung angegangen wird.
Vordringliche Aufgabe der Vorbereitenden Untersuchung ist es, für die geplante Entwicklungsmaßnahme Aufwendungen und Nutzen abzuschätzen und die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer zu erkunden. Ferner sind wichtige Informationen zu Klima, Schutz von Natur und Landschaft, Wasser und Artenvielfalt zusammenzutragen und erste Lösungsansätze für Verkehr und zum Umgang mit Stromtrassen und A 5 zu entwickeln, damit grobe Rahmenbedingungen für mögliche Wohngebiete und wohnverträgliche Nutzungen erkennbar werden.

Vordringliche Aufgabe des Consilium wäre es dann, begleitend räumliche Bilder der funktional und sozial gemischten Stadtteile beidseitig der A 5 zu entwickeln bzw. konkrete Verfahrensschritte und Aufgaben zu formulieren, wie diese Bilder einer auch architektonisch attraktiven und ökologisch beispielhaften Stadtentwicklung - in produktiver Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen - erarbeitet werden sollen. Dazu gehören auch Vorschläge, in welchen Organisationsformen diese Stadtentwicklung voranschreiten kann, mit welcher Form Stadtplanung, Bauträger und Architekten/Landschaftsplaner eine ansprechende Vielfalt der gebauten Umwelt und die Qualität des öffentlichen Raums sichern können, und welche Vorgaben für Wettbewerbe gelten sollen. Grundlegende Fragen der absehbaren Entwicklung von Verkehr, Arbeit, Handel und Bildung in den nächsten 20 Jahren sollen in besonderen Workshops Thema sein. Nicht zuletzt soll das Consilium bekannte und neue Formen der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in den einzelnen Verfahrensschritten integrieren.