Ernst-May-Viertel: Nachhaltige Stadtentwicklung weiterführen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 2. Februar 2017

"Mit dem Ernst-May-Viertel kann in den nächsten Jahren ein wichtiges städtebauliches Projekt entstehen, das die zentralen Themen der Stadt, Schaffung von Wohnraum, Verknüpfung von verschiedenen Grünzügen und Stadtteilen sowie Lärmschutz, vereint. Wir müssen und wollen dem Klimawandel genauso Rechnung tragen wie dem Stadtwachstum, Stadtplanung also ökologisch denken und umsetzen", erklärt Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer. Olaf Cunitz hat mit den Magistratsvorträgen zu den Bebauungsplänen hierfür die Grundlagen gelegt. Mit den Maßgaben der Koalitionsfraktionen erhält nun die Verwaltung den Auftrag, die im Antrag vorgestellten neuen Planungen für viele kompakte Wohnungen, Mobilität, Grünflächen, Gärten und Infrastruktur näher auszuarbeiten.

"Die Idee des Ernst-May-Viertels entstand aus dem Willen, für den dringend notwendigen Lärmschutz an der Bundesautobahn A661 zu sorgen, und dem Wunsch, dafür die mitten durch die Stadt verlaufende Autobahn einzuhausen und die Stadtteile Bornheim und Seckbach wieder miteinander zu verbinden. Daher ist es gut, dass die Koalition sich mit ihrem Antrag festlegt: Die Einhausung kommt auf jeden Fall. Wir GRÜNEN wollen, dass die Einhausung länger als 400 Meter wird, um so einen noch höheren städtebaulichen Gewinn zu erzielen. Hierfür werden wir auch noch die nächsten Jahre kämpfen müssen, da es zur Frage der Länge noch keine einheitliche Meinung in der Koalition gibt. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass sich Bund und Land an der Finanzierung beteiligen", führt Stock aus. Der Deckel der Einhausung wird begrünt werden. Mit der Erweiterung des Günthersburgparks sowie den jetzt neu vorgesehenen öffentlichen nutzbaren Parkbändern entsteht in den nächsten Jahren ein Grünzug, der eine Verbindung zum Wasserpark, Huthpark bis zum Lohrberg schafft. Durch die Schließung der Senke, in der die Autobahn liegt, wird zusätzlich eine wichtige Luftleitbahn gestärkt. Im Innovationsquartier sollen ökologisch besonders wertvolle Klein- und Freizeitgärten möglichst erhalten bleiben.

"Wir haben nun dafür gesorgt, dass Klimaschutz und Biodiversität im weiteren Verfahren eine zentrale Bedeutung zukommt. Wir wollen klimaresiliente Quartiere schaffen. Kleinklimatische Gutachten werden darüber Auskunft geben, wo und in welcher Anordnung Gebäude entstehen können. Als Basis dienen der neue Klimaplanatlas und eine Untersuchung zu Flora und Fauna. Die Stadtentwicklung muss sich an den Klimawandel anpassen", so Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin.

"Wir setzen beim Ernst-May-Viertel auf ein klares sozialpolitisches Profil. Nach dem unter Olaf Cunitz gefasste Grundsatzbeschluss wird auch hier 30 Prozent geförderter Wohnraum entstehen. Bei Bauvorhaben durch die ABG Frankfurt Holding streben wir sogar 40 Prozent geförderte Wohnungen an. Für das gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnen werden15 Prozent der Gesamtfläche reserviert. Die Vergabe soll nach dem besten Konzept an diejenigen erfolgen, die aktiv Beiträge für ihr soziales Umfeld einbringen und damit lebendige und attraktive Nachbarschaften fördern", so Uli Baier, planungspolitischer Sprecher.

"Wir werden sehr auf städtebauliche Qualität achten: hinreichend und gut platzierte Standorte von Schulen und vorschulischen Einrichtungen, ansprechend gestaltete Plätze und Wege, und besonders darauf, dass attraktive Plätze für Jugendliche und junge Erwachsene angeboten werden", so Baier weiter. Gewünscht haben wir Gestaltungsbeiräte für einzelne Stadtteile, deren unabhängiger Blick ein guter Ratgeber für Qualität und Vermeidung von Fehlentwicklungen wäre. Erreicht haben wir, dass Wettbewerbe und Gestaltungsgrundsätze dazu beitragen.

"Wir wollen möglichst viele Frankfurterinnen und Frankfurter bei der Weiterentwicklung unserer Stadt mitnehmen. Wir setzen auf einen spannenden, konstruktiven und innovativen Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie der Verwaltung, den Investoren und den Medien", so Stock weiter. "Wir haben uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass es im weiteren Verfahren breite Beteiligungsprozesse gibt und auch die Stadtverordneten vor der Offenlage der Bebauungspläne noch einmal mit den Plänen befasst werden", so Baier abschließend.