Neuen Stadtteil ökologisch und mit Landschaftsbrücken über die Autobahn entwickeln

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 12. Juni 2017

Angesichts des stetigen Bevölkerungswachstums und der Probleme auf dem Wohnungsmarkt stimmen die GRÜNEN im Römer dem vorgeschlagenen neuen Stadtteil zwischen Niederursel, Praunheim und Steinbach im Grundsatz zu. "Wir wollen Frankfurt weiter entwickeln, Lebensqualität und grüne Freiflächen sichern und neuen Wohnraum in einer ausgewogenen sozialen Mischung und von hoher städtebaulicher und ökologischer Qualität schaffen. Das Stadtklima muss der entscheidende Punkt bei der Auswahl von Baugebieten sein, damit Frankfurt sich nicht die Zukunft verbaut. Der Vorschlag für den neuen Stadtteil ist ökologisch zu verantworten und jetzt gilt es, nachhaltig zu planen", erklärt Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer.

"Es ist ein wichtiger Erfolg, dass die für die Klimaentwicklung Frankfurts entscheidenden Frischluftschneisen im Frankfurter Norden frei gehalten werden. Die Pläne für die Bebauung des Pfingstbergs, für ein Baugebiet zwischen Nieder-Erlenbach und Bad Vilbel-Dortelweil und auch für den Heiligenstock sind vom Tisch. Für uns ist es entscheidend, dass der mächtige Wetterauwind im Nordwesten weiter ungehindert in die Stadt strömen kann", erläutert Stock. "Ein ebenso großer Erfolg ist, dass der GrünGürtel nicht angetastet wird. Eine wachsende Stadt braucht auch geschützte Freiräume für Natur und Freizeit. Der GrünGürtel hat seine größte Bewährungsprobe seit 25 Jahren bestanden und geht gestärkt aus dem Prozess der Integrierten Stadtplanung hervor. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erweiterung muss jetzt angepackt werden", fordert Stock.

"Wir wissen, dass in den betroffenen Frankfurter Stadtteilen und in Steinbach und Oberursel noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein wird. Daher sind wir bereits ins Gespräch mit den GRÜNEN vor Ort eingestiegen und wollen vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger in die weitere Planung intensiv einbeziehen", so Stock weiter.

"Die Bebauung des neuen Stadtteils muss ökologischen und sozialen Kriterien folgen und braucht ein kluges städtebauliches und regionalplanerisches Konzept. Die vorgeschlagene Fläche wird von der Autobahn A5 durchschnitten. Wir schlagen daher vor, das Gebiet mit zwei grünen Landschaftsbrücken über die Autobahn hinweg miteinander zu verbinden. Die Landschaftsbrücken wären eine barrierefreie Verbindung des Quartiers, bei der Fußgänger und Radfahrer die trennende Schneise der Autobahn möglichst wenig wahrnehmen sollen und bequem überqueren können. Der Brückenschlag muss breit genug sein, damit beide Seiten städtebaulich Zusammenwachsen können", erläutert Stock. "Der seit langem geplante Lärmschutz für die Autobahn ist für die Entwicklung ebenso zentral wie die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Die guten Potentiale für die Erschließung des Gebiets mit dem ÖPNV sprechen schon heute für den Standort. Neben den bestehenden Stadtbahn- und Schnellbahnlinien können hierfür die in Planung befindliche Regionaltangente West und eine Verlängerung der Stadtbahn U 6 dienen."

"Es bleibt aber notwendig, die Entwicklung der bereits beschlossenen Wohnbaulandgebiete zügig voranzutreiben und sinnvolle Nachverdichtungsmaßnahmen anzupacken, damit der dringend benötigte Wohnraum geschaffen werden kann. Genügend Wohnraum für die wachsende Region zur Verfügung zu stellen ist eine gemeinsame Aufgabe, zu der jede Kommune in FrankfurtRheinMain ihren Beitrag leisten muss", so Stock abschließend.