Null Prozent für Homo- und Trans*feindlichkeit – GRÜNE aktiv beim IDAHOT

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 16. Mai 2017

Die GRÜNEN im Römer erteilen anlässlich des morgigen Internationalen Tags gegen Homo- und Trans*phobie (IDAHOT) gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit jeder Art eine klare Absage. "Wir leben in einer bunten und liberalen, überwiegend toleranten Gesellschaft. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*Menschen, Intergeschlechtliche und Queers (LSBTIQ*) können in unserem Land so frei leben wie nie zuvor. Und doch hat der IDAHOT leider nichts von seiner Aktualität eingebüßt - ganz im Gegenteil. In den letzten Jahren haben sich in Deutschland und andernorts reaktionäre Strömungen gebildet und festgesetzt, die offen gegen LSBTIQ* und andere Minderheiten Stimmung machen und ihnen fundamentale Grundrechte absprechen. Diskriminierung wird wieder salonfähig und in die Mitte unserer Gesellschaft getragen. Damit einher geht ein Anstieg homo- und trans*feindlicher Anfeindungen und Angriffe. Wir werden auch in Zukunft mit aller Kraft für eine vielfältige Gesellschaft kämpfen", erklärt der Stadtverordnete Dimitrios Bakakis.

"Gerade erst am zurückliegenden Wochenende kam es an der Frankfurter Konstablerwache zu einem schwulenfeindlichen Angriff auf eine Gruppe junger Männer. Übergriffe dieser Art gehören also leider keineswegs der Vergangenheit an, nur weil sie aus dem Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung geraten sind. Es ist deshalb wichtig diese Übergriffe zu dokumentieren, denn unsere Gesellschaft ist darauf angewiesen, zu wissen, in welcher Weise Minderheiten der sexuellen Orientierung und Identität gefährdet sind", so die Stadtverordnete Jessica Purkhardt.

"Wir konnten bereits in der Vergangenheit viel für die Community erreichen, zuletzt die Einrichtung der Koordinierungsstelle für LSBTIQ* im Amt für multikulturelle Angelegenheiten. Auch in dieser Wahlperiode konnten wir bereits wichtige Erfolge erzielen. Die drei Koalitionsfraktionen haben auf unsere Initiative hin beantragt, dass die Arbeit des von der AIDS-Hilfe Frankfurt betriebenen Bar.Café Switchboard ab dem Haushalt 2017 mit jährlich 20.000 Euro gefördert werden wird. Das Switchboard hat sich dank der engagierten Arbeit der dort ehrenamtlich Tätigen zu einer Institution der queeren Frankfurter Kulturszene entwickelt", freut sich der Fraktionsvorsitzende Manuel Stock.

"Aber auch die Vergangenheit wollen wir nicht ruhen lassen. Wir möchten das in der Zeit des Nationalsozialismus und danach begangene Unrecht an LSBTIQ*-Menschen dokumentieren und als Mahnung sichtbar machen. Dies erscheint uns insbesondere in Anbetracht des gesellschaftlichen Rollbacks und des Erstarkens neurechten Gedankenguts notwendig. Aus diesem Grund hat die Koalition beantragt, für die wissenschaftliche Aufarbeitung des Schicksals von LSBTIQ* ab 1933 90.000 Euro zur Verfügung zu stellen, um dieses wichtige Vorhaben auf den Weg zu bringen", erklären Purkhardt und Bakakis abschließend.

Die GRÜNE-Fraktion beginnt am IDAHOT ihre Fraktionssitzung später, um gemeinsam an der Kranzniederlegung am Mahnmal Homosexuellenverfolgung (Frankfurter Engel, Klaus-Mann-Platz) teilnehmen zu können. Das Stadtparlament hatte 2013 auf Antrag von CDU und GRÜNEN beschlossen, dass die Stadt Frankfurt jährlich am 17. Mai einen Kranz am "Frankfurter Engel" niederlegt.