Apothekennamen: Debatte über diskriminierende Sprache notwendig

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 7. Februar 2018

Die GRÜNEN im Römer betonen angesichts der Diskussion um die Anregung der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV), der Magistrat solle sich gegen die Verwendung des Wortes "Mohr" in Bezeichnungen und Logos von zwei Apotheken engagieren, dass eine Debatte über diskriminierende Sprache notwendig sei. "Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe den Begriff "Mohr" als diskriminierend und verletzend empfinden. Man kann ihnen nicht einfach die Wahrnehmung aberkennen und mit ein paar historischen Verweisen versuchen ihre Empfindungen wegzuwischen. Rassistische und diskriminierende Sprache ist ein gesellschaftliches Problem und es ist notwendig, die Debatte hierüber zu führen", so Dimitrios Bakakis, Mitglied im Ausschuss für Bildung und Integration.

Sprache wandle sich fortwährend und mit ihr die Wörter, inklusive deren Bedeutung und Wertung. Was einst vermeintlich neutral gemeint war, kann heute einen negativen Beigeschmack haben oder gar als herabsetzend und beleidigend empfunden werden. "Es ist sekundär, wie etwas irgendwann einmal gemeint war. Wichtig ist, was heute damit verbunden ist", führt Bakakis aus.

"Der KAV wird jetzt vorgeworfen, sie beschäftige sich mit einem Thema, dass im Alltag nicht von Bedeutung sei. Das ist unverschämt. Es wird die Bedeutung von Sprache unterschätzt und gleichzeitig wird deutlich, dass man Diskriminierungserfahrungen nicht ernst nimmt", so Bakakis. "Die Debatte um Begriffe wie "Mohr" ist wichtig. Ob der von der KAV eingeschlagene Weg der richtige ist, erscheint mir fraglich. Direkte Gespräche wären da sicher zielführender gewesen. Es ist genug übereinander geredet worden. Es ist höchste Zeit, dass nun miteinander gesprochen wird."