Frankfurter „Kranewasser“ auch in Zukunft von bester Qualität: Pilotprojekt zur 4. Reinigungsstufe

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 7. Februar 2018

Die GRÜNEN möchten eine vierte Reinigungsstufe in der Abwasserreinigung in Niederrad einführen, um gefährliche Stoffe und Mikroschadstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Gemeinsam mit den Fraktionen von CDU und SPD fordert die GRÜNE-Fraktion in einem Antrag den Magistrat auf, die Teilnahme der Stadt Frankfurt an einem entsprechenden Pilotprojekt zu prüfen. Derartige Pilotprojekte werden von der Landesregierung seit 2016 finanziell unterstützt. "In Deutschland gelangen jedes Jahr mehrere hundert Tonnen Arzneimittel ins Abwasser. So werden jährlich zum Beispiel alleine rund 90 Tonnen des Schmerzmittels Diclofenac verbraucht. Unglaubliche 63 Tonnen des Wirkstoffes verlassen den Körper wieder auf natürlichem Wege und werden auf diese Weise ins Abwasser eingeleitet", erklärt Ulla auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

Überdüngung, Pestizide, und organische Mikroverunreinigungen bedrohen zusätzlich das ökologische Gleichgewicht unserer Gewässer und somit die Qualität unseres Grundwassers. Herkömmliche Kläranlagen können diese zahlreichen Rückstände nicht ausreichend filtern und reinigen.

Trinkwasser unterliegt jedoch keinen Grenzwerten für Arzneimittelwirkstoffe und Hormone. Selbst wenn die Rückstände in den bisher gefundenen Konzentrationen für den Menschen nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht unmittelbar gefährlich sind, heißt das nicht, dass sie auch unbedenklich sind. Die Langzeitwirkungen sind unklar und bedürfen daher noch der Forschung. Was aber heute schon feststeht ist: Die Medikamentenbelastung bedroht die Tier- und Pflanzenwelt.

Sowohl die Schweiz als auch Baden-Württemberg haben sich daher in der Vergangenheit dieses Themas vorbildlich angenommen und bereits eine Vielzahl moderner Reinigungsstufen gebaut und bauen weitere. Diese sogenannten Vierten Reinigungsstufen entfernen durch Aktivkohlefiltration mit vorgeschalteter Ozonierungsanlage Spuren von Hormonen, Arzneimitteln, Pestiziden und anderen Chemikalien aus dem Abwasser.

"Das Frankfurter Trinkwasser ist nach den jetzt gültigen Kriterien von sehr guter Qualität und muss keinen Vergleich scheuen. Dennoch ist heute im Hinblick auf die oben geschilderten Entwicklungen der richtige Zeitpunkt, um für sauberes und qualitätsvolles Wasser als elementare Daseinsvorsorge auch in der Zukunft die Weichen zu stellen", so auf der Heide abschließend.