Wachsende Stadt – grüne Stadt – vernetzte Stadt: Eskandari-Grünberg für eine Internationale Bauausstellung

Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Oberbürgermeisterkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Frankfurt, hat den Vorschlag von Frankfurter Architekten und Stadtplanern bezüglich einer Internationalen Bauausstellung zum neuen Stadtteil im Nordwesten begrüßt und möchte ihn weiterdenken:

„Frankfurt stößt als wachsende Stadt an ihre Grenzen. Die Konflikte mit Blick auf die wenigen Freiflächen im Stadtgebiet spitzen sich zu. Umso verantwortungsvoller müssen wir mit den vorhandenen Flächen umgehen, gerade auch hinsichtlich der Planung des Gebietes zwischen Niederursel, Praunheim und Steinbach.

Eine internationale Bauausstellung böte die Chance, die damit verbundenen Prozesse sorgfältig und nachhaltig zu steuern. Dies gilt nicht nur für die Frage des geplanten neuen Stadtteils, sondern auch für andere Bauvorhaben im Stadtgebiet und für die Einhausung der A661. Ich greife damit einen Vorschlag von Frankfurter Architekten und Stadtplanern auf.

Wir können dabei nicht nahtlos an die Konzepte der früheren IBAs anknüpfen. Die veränderten Lebenswelten der nächsten Jahrzehnte machen auch einen veränderten Ansatz in der Planung notwendig. Neue Mobilität, veränderte Sozialstruktur, die Energiewende, eine andere Einkaufs- bzw. Bestell- und Anlieferungskultur, die älter werdende Gesellschaft und die Anforderung an die Klimaanpassung stellen Stadt- und Regionalentwicklung vor neue Aufgaben. Sie müssen sich mit Fragen des klimagerechten und energieeffizienten Bauens genauso auseinandersetzen wie mit einer Freiraumentwicklung, die lebenswichtige Grünräume und die wachsende Stadt in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet zusammendenkt und zusammenplant.

Wir brauchen eine Stadtentwicklung die diesen Anforderungen in Fragen der Mobilität, der Energieversorgung und der persönlichen und digitalen Vernetzung gerecht wird. Hierzu müssen wir Visionen entwickeln und umsetzen.

Aus diesem Grund befürworte ich eine IBA mit einem besonderen Fokus auf einer menschen- und naturverträglichen Mobilität unter Einbindung von Architektinnen und Architekten aus der Region, von Logistikunternehmen, von Start-Ups und Kreativen der digitalen Welt, von Klimaforscher*innen und Energieexpert*innen sowie von allen Frankfurterinnen und Frankfurtern, die sich für die nachhaltige Entwicklung ihrer Stadt einsetzen wollen.

Wohnraum, der den genannten Anforderungen entspricht und dabei für alle bezahlbar bleibt, können wir nicht schaffen, wenn wir unsere Stadt isoliert betrachten. Dazu braucht es die Entwicklung und Vernetzung der gesamten Region.

Ich setze daher auf ein Konzept, das die IBA als regionales Projekt in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und Kreisen und mit Unterstützung der Landesregierung realisiert und dabei auch eine Ausstellung im öffentlichen Raum mit der virtuellen Welt kombiniert.

Als Oberbürgermeisterin wäre es mein Ziel, dieses Konzept gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Magistrat und den Expertinnen und Experten aus den genannten Bereichen bis Ende 2019 zu erarbeiten, damit die IBA parallel zu den anstehenden Schritten in der Stadtentwicklung stattfinden kann.“