Dr. Nargess Eskandari-Grünberg: „Ich bin nicht traurig, wenn die Europäische Bankenaufsicht nicht nach Frankfurt kommt.“

Zur am kommenden Montag, 20. November, anstehenden Entscheidung über den neuen Sitz der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) erklärt die OB-Kandidatin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN: „Falls die Bankenaufsicht nach Frankfurt kommt, werden wir ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter natürlich herzlich willkommen heißen. Ich bin aber nicht traurig, wenn eine andere europäische Stadt vorgezogen wird. Denn wenn die EBA sich in Frankfurt niederlässt, werden dadurch noch mehr Bankerinnen und Banker nach Frankfurt ziehen, als ohnehin erwartet werden. Bereits jetzt reichen die Schätzungen bis zu 20 000 neuen Angestellten von Banken. Das würde die Probleme auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt weiter verschärfen.“

Die grüne Kandidatin erinnert daran, dass es schon jetzt äußerst schwierig ist, Flächen für neue Wohnungsbauprojekte zu finden. Rechnerisch wäre für die Bankerinnen und Banker samt ihren Familien ein neues Wohngebiet von den Dimensionen des jetzt angedachten und nicht einfach zu realisierenden Stadtteils entlang der A-5 nötig. Ob die Bankerinnen und Banker sich in solchen Neubaugebieten niederlassen würden oder nicht doch eher in begehrten zentrumsnahen Stadtteilen würden sie selbst entscheiden. „Im Zweifel werden sie hiesige Normalverdiener locker überbieten, da sie über ein hohes Einkommen verfügen und auch die teuersten Frankfurter Mieten angesichts des aus London Gewohnten als Schnäppchen empfinden“, warnt Dr. Nargess Eskandari-Grünberg.

Schon jetzt fürchten fast 40 Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter höhere Mieten wegen der Zuzügler aus London, so eine Umfrage des Beratungsunternehmens PWC vom Juli. Der Verein „Mieter helfen Mietern“ erwartet, dass noch mehr angestammte Bewohnerinnen und Bewohner aus ihren Wohnungen verdrängt werden.