Aufruf zur „Demo der Vielfalt und Liebe“ am 20. Januar – Frankfurt setzt ein deutliches Zeichen gegen Einfalt und Hass

Die OB-Kandidatin der Frankfurter GRÜNEN, Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Frankfurt und Die GRÜNEN im Römer rufen zur Teilnahme an der „Demo der Vielfalt und Liebe“ des „Bündnisses für Akzeptanz und Vielfalt“ am kommenden Samstag in Frankfurt auf.

Die ewiggestrige, homo- und transfeindliche Bewegung „Demo für alle (DfA)“ hat für den 20, Januar 2018 zu einem pseudowissenschaftlichen Symposium unter dem Titel „Öffnung der Ehe – Folgen für alle“ nach Frankfurt eingeladen. Die „DfA“ ist in den vergangenen Jahren immer wieder als Initiatorin von Aktionen und Veranstaltungen aufgetreten, mit denen homo- und transsexuelle Menschen diskriminiert und ausgegrenzt werden sollen. So agiert sie bundesweit gegen wissenschaftlich fundierte Sexualerziehung in der Schule und und in Frankfurt will sie nun gegen die Ehe für alle hetzen. Zu Aktionen der DfA mobilisieren auch die rechtspopulistische AfD, zahlreiche rechtsradikale und neonazistische Gruppierungen wie die Identitäre Bewegung, die NPD oder „Der III. Weg“. Die DfA bedient sich gezielter Desinformationen und schürt bewusst Vorurteile gegenüber einer Vielfalt partnerschaftlicher Beziehungen, sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten.

Aus Protest gegen diese Haltung der DfA organisiert das „Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt“ eine Gegendemonstration – die „Demo der Vielfalt und Liebe“. Sie startet am Samstag 20. Januar um 11 Uhr mit einer Kundgebung an der Hauptwache und geht ab 13 Uhr mit einer Demo weiter. Unter den Redner*innen sind der GRÜNE Staatssekretär und Bevollmächtige für Integration und Antidiskriminierung des Landes Hessen, Kai Klose, und die GRÜNE Kandidatin für die Wahlen zur Oberbürgermeisterin in Frankfurt und ehemalige Integrationsdezernentin in Frankfurt, Dr. Nargess Eskandari-Grünberg.

„Im Aufruf zur Demo heißt es: ‚Bunt bleibt es nicht von alleine. Dafür braucht es auch uns alle!‘ Das spricht mir aus der Seele. Ich habe jahrelang für Akzeptanz und Integration in Frankfurt gearbeitet und tue das noch immer. In Frankfurt haben rechte Parolen und Intoleranz bisher nicht ernsthaft Fuß fassen können. Das ist der LSBTIQ*-Community und vielen anderen Menschen zu verdanken, die sich immer wieder für unsere bunte Stadt einsetzen. Ich freue mich sehr darauf, viele dieser Menschen am Samstag zu treffen und mit ihnen ein deutliches Zeichen zu setzen“, so Nargess Eskandari-Grünberg.

„Wir GRÜNE stehen wie keine andere Partei für Pluralität und Strukturen, die der Vielfalt Raum geben. Es geht nie darum, jemandem etwas weg zu nehmen. Im Gegenteil: Wir arbeiten für gleiche Rechte, gleiche Chancen, für eine Akzeptanz der Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit, und für ein Zusammenleben im gegenseitigen Respekt, mit Neugierde und Solidarität. Wir freuen uns über viele Erfolge, die in diese Richtung von der Community und vielen anderen engagierten Menschen erzielt werden konnten. Die Ehe für alle ist längst gesellschaftlich akzeptierter Alltag. Wir werden sie nicht mehr aufgeben“, so Beatrix Baumann, Vorstandssprecherin der Frankfurter GRÜNEN und Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer.

„Wir rufen als Mitglieder des Bündnisses der Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt zur Teilnahme an der Kundgebung und Demonstration am kommenden Samstag auf. Es ist uns nicht nur politisch, sondern auch persönlich wichtig klarzumachen: Frankfurt ist bunt. Frankfurt steht für Vielfalt und Liebe ein und zeigt Gesicht gegen Einfalt und Hass. In unserer Stadt muss niemand Angst haben und in unserer Stadt soll niemand Angst verbreiten“, so Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Beatrix Baumann und Manuel Stock.

Weitere Infos auf der Facebook-Veranstaltungsseite „Demo der Vielfalt und Liebe Frankfurt“.

 

 

Appell an die Region: Wachsende Städte im Zeichen des Klimawandels

Das rasante Wachstum stellt Frankfurt und die gesamte RheinMainRegion in Zeiten des Klima-wandels und der Digitalisierung vor neue Herausforderungen, bietet aber auch neue Chancen.

Diese Region ist wirtschaftlich und ökologisch so verflochten, dass zukunftsfähige Antworten auf diese Herausforderungen neue Formen und Konzepte der regionalen Zusammenarbeit erfordern.

Auch führen die Globalisierungsprozesse zu neuen Fragmentierungen unterhalb der EU und des Nationalstaats.  Die Regionen werden als Bezugspunkte von Wirtschaft, Sozialem und Kultur an Bedeutung zunehmen und als einheitliche Funktions- und Aktionsräume wahrgenommen.

Dies erfordert, dass wir gemeinsam an innovativen Antworten auf den Urbanisierungstrend arbeiten. Diese werden sich nicht isoliert innerhalb von Stadt-, Gemeinde-, Kreis- oder Landesgrenzen finden lassen.

Wir sind gefordert, unsere Region gemeinsam zu entwickeln!

Das heißt: weniger Konkurrenzdenken zwischen den Städten, mehr offenen Austausch über Probleme und beste Ideen.  Wir brauchen Planungen, die politische Grenzen überwinden und gleichzeitig lokale Identitäten erhalten.

Wir brauchen Lösungen für die Wohnungsfrage, vor die alle Gemeinden gestellt sind. Dabei geht es nicht nur um genügend bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten, sondern auch um Wohnformen der Zukunft sowie den Erhalt und die Entwicklung von urbanen und liebenswerten Lebensräumen – Lebensräumen und Bauweisen, die zugleich die hohen Ansprüche des Klimaschutzes erfüllen.

Und wir brauchen auch eine Lösung für die Pendlerströme und den Anlieferverkehr, die die Region langfristig lahm zu legen drohen. Das Schülerticket der Landesregierung geht ebenso in die richtige Richtung wie der Vorschlag der Grünen Frankfurter OB-Kandidatin für ein Ein-Euro-Ticket. Aber darüber hinaus muss über eine grundlegende Reform des Transportsystems für Menschen und Waren nachgedacht werden. Aktuelle Versuche von autonom fahrenden kleinen Kabinenbussen und Warenverteilern müssen aufgegriffen und unterstützt werden.

Um diese und andere Ziele erreichen zu können, schlagen wir die Ausrichtung einer Internationalen Bauausstellung vor – eine „grüne IBA für FrankfurtRheinMain“. Sie könnte ein Labor für neue und beste Lösungen bieten, die eine zukunftstaugliche, eine „enkelfähige“ Weiterentwicklung Frankfurts und der Region etablieren und festigen.  Wir brauchen Antworten, die von den Grünräumen her geplant werden – von Grünräumen, die auch als kulturelle und kreative Orte verstanden werden.

Eine IBA darf aber nicht nur technische und administrative Weichen stellen. Die großen erfolgreichen Bauausstellungen wirkten weit über die Stadtplanung hinaus. Die erste Ausstellung im Jahr 1901 in Darmstadt gab nicht nur Antworten auf das bürgerliche Wohnen der Jahrhundertwende, sie prägte kulturell das Profil der Stadt über Jahrzehnte, vom Jugendstil bis zur führenden Rolle der Musikavantgarde und in der Wissenschaft. Auch künftig muss die Region mehr sein als ein Ort der Finanzen und Dienstleistungen. Wir brauchen interkommunale Gewerbegebiete für den industriellen Sektor, und die Region muss an ihre Geschichte als Zentrum der Literatur und Philosophie anknüpfen, das viele junge, innovativ agierende Menschen anzog.

Die grüne IBA Frankfurt RheinMain sollte als GmbH von den Städten und Kreisen der Region, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain sowie dem Land Hessen getragen werden. In ihr wären Politik, Wirtschafts- und Verkehrsverbände, Hochschulen, Planer, Architekten und das große kreative und kulturelle Potenzial der Region vertreten. Sie muss in ihren Planungs- und Realisierungsphasen die Bürgerschaft intensiv und mitentscheidend beteiligen. Hierbei wären auch die Ursachen des Siedlungsdrucks und entsprechende Gegenmaßnahmen zu hinterfragen sowie die unverzichtbaren Parameter von Lebensqualität – gerade auch in der Flächenplanung – zu thematisieren. Dies stellt in unseren Augen eine unumgängliche Grundlage für einen erfolgreichen Abschluss dieses ambitionierten Prozesses dar.