Ehrliche Debatte führen – Kriminalität bekämpfen, aber richtig

Zur aktuellen Debatte um die Kriminalität von Migrant*innen erklären die Oberbürgermeister-Kandidatin der Frankfurter GRÜNEN, Dr. Nargess Eskandari-Grünberg und die Vorstandssprecher*innen der Frankfurter GRÜNEN, Beatrix Baumann und Bastian Bergerhoff:

„Es ist mal wieder soweit: ‚Tödlicher Konflikt zwischen Flüchtlingen‘, ‚Gewaltanstieg ist auf Flüchtlinge zurückzuführen‘ titelt die F.A.Z. heute. Wir führen Debatten um Kriminalität von bestimmten Gruppen von Menschen, und leider führen viele Beteiligte die Debatten nicht ehrlich, sondern mit einem bestimmten Ziel. Das verkennt die Fakten, führt zu falschen Schlussfolgerungen und ist schädlich für alle Beteiligten. Wir brauchen eine ehrliche Debatte und wirksame Strategien“, so Dr. Nargess Eskandari-Grünberg.

„Wahr ist, und das wird auch in den Aussagen des Gewaltforschers Christian Pfeiffer und in allen anderen Studien deutlich, dass es einige Faktoren gibt, die dazu führen, dass Geflüchtete häufiger in den Kriminalitätsstatistiken auftauchen als der Durchschnitt. Pfeiffer nennt die Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Geflüchtete für Gewalttaten angezeigt werden ca doppelt so hoch ist wie bei anderen Täter*innen. Alle Studien zeigen, dass die Neigung zu Gewalt- und Sexualdelikten bei Männern im Alter zwischen 14 und 30 Jahren signifikant höher ist als im Durchschnitt. Diese Gruppe ist unter den Geflüchteten wiederum überrepräsentiert. Alle Studien weisen darauf hin, dass traumatisierte Menschen häufiger auffällig werden. Auch diese Gruppe ist unter Geflüchteten überdurchschnittlich groß. Und schließlich gibt es in der Tat aufgrund von Perspektivlosigkeit Gruppen von Menschen – auch Menschen ausländischer Herkunft – die in mafiösen Strukturen Halt suchen“, so ergänzen Baumann und Bergerhoff. „Wir müssen den Menschen andere Perspektiven anbieten, und wir müssen Straftaten unabhängig von Herkunft, Glaube oder anderer Kriterien verfolgen.“

„Was folgt also? Wir müssen den Menschen in unserem Land eine klare Perspektive bieten. Wir müssen schnell rechtliche Klarheit schaffen. Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, wir brauchen soziale Integration für die, die bei uns sind, und wir brauchen zum Beispiel dringend die Möglichkeit des Familiennachzugs, weil das ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Integration ist“, so Eskandari-Grünberg. „Was nicht folgt, ist, dass wir Migrantinnen und Migranten stigmatisieren müssen. Was nicht folgt, ist, dass wir Angst schüren sollten. Was nicht folgt, ist, dass die Populisten recht hätten. All diese Schlussfolgerungen – und alle Überschriften, die sie nahelegen – sind fahrlässig oder interessengeleitet. Sie helfen keinem Opfer, keinem Täter, keinem Menschen. Sie treiben die Gesellschaft auseinander. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung!“