Museum für Komische Kunst: Das „Caricatura Museum Frankfurt“

NR 651/18 Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zu NR 601 vom 12.06.2018 und NR 602 vom 10.06.2018

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Der Magistrat möge prüfen und berichten, wie sich eine Ablösung des "Caricatura Museum Frankfurt" - Museum für Komische Kunst vom Historischen Museum Frankfurt auf den städtischen Etat auswirken würde:

1. Welche sachlichen, räumlichen (Archiv, Verwaltung, Werkstätten etc.), personellen und finanziellen Mittel nötig sind, um das "Caricatura Museum Frankfurt" - Museum für Komische Kunst in ein eigenständiges Museum zu überführen,

2. mit welchen Einsparungen beim Historischen Museum zu rechnen ist, wenn das "Caricatura Museum Frankfurt" nicht mehr als Abteilung dort geführt wird,

3. ob, solange die Stadtverordnetenversammlung nichts Weiteres beschlossen hat, das Caricatura Museum im Haushalt der Stadt Frankfurt als Unterabteilung des Historischen Museums ausgewiesen werden kann, mit Ausweisung der Erträge und Kosten.

Begründung:

Das Caricatura Museum für Komische Kunst wird in diesem Oktober sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Obwohl es eines der kleinsten Museen im Hinblick auf Personal, Etat und Fläche und an das Historische Museum Frankfurt angegliedert ist, hat es in dieser Zeit mehr als eindrucksvoll bewiesen, was es zu leisten in der Lage ist. In den vergangenen zehn Jahren wurden vom "Caricatura Museum Frankfurt" viele erfolgreiche Ausstellungen durchgeführt. Die seit Ende April laufende Ausstellung "Otto - Die Ausstellung" wird einen neuen Besucherrekord aufstellen. Schon jetzt wollten deutlich über 15.000 Menschen die Bilder von Otto Waalkes sehen.

Mit fast 60.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2017 braucht das Caricatura Museum für Komische Kunst den Raum und die Möglichkeit zusätzliche Ressourcen, neben der städtischen Förderung, erschließen zu können.

Eine Eigenständigkeit würde die Sichtbarkeit des Caricatura Museums für externe Förderer erhöhen und somit mehr Möglichkeiten eröffnen, neben der Dauerausstellung mit Arbeiten von Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler, F. K. Waechter, F. W. Bernstein und all den anderen Galionsfiguren der Neuen Frankfurter Schule, auch aktuelle Künstlerinnen und Künstler auszustellen.

Gerade in einer Zeit, in der die Krise der Printmedien weiter voran geht und der damit einher gehende Sparzwang nicht zuletzt die schlecht bezahlten Zeichnerinnen und Zeichner trifft, braucht Satire einen Platz, der ihrer Bedeutung angemessen ist.

Der Wunsch des Caricatura Museums nach mehr Eigenständigkeit ist nachvollziehbar, weshalb die Umsetzbarkeit eines solchen Vorhabens geprüft werden sollte. Selbstverständlich gehen wir davon aus, dass das "Caricatura Museum Frankfurt" auch infolge einer potentiellen Eigenständigkeit weiterhin mit dem Historischen Museum und mit allen anderen Museen kooperieren wird und es möglich ist, Exponate des Historischen Museums im Caricatura Museum auszustellen. Mit einer solchen Entscheidung wären jedoch auch umfassende finanzielle und organisatorische Veränderungen verbunden.

Um die einmaligen und langfristigen Folgekosten einer solchen Entscheidung (sowohl für den städtischen Haushalt, als auch für das Caricatura Museum selbst) abschätzen zu können, muss daher zunächst ermittelt werden, was der Aufbau eigener Verwaltungsstrukturen sowie personeller und sächlicher Ressourcen finanziell bedeuten würde.

Unabhängig von dieser Prüfung erscheint eine separate Ausweisung von Kosten und Erträgen im städtischen Haushalt erstrebenswert. Dies würde der Bedeutung des Caricatura Museums Rechnung tragen und einen wichtigen Beitrag zu mehr Transparenz leisten.