Europaallee: Chancen zu ansprechender Gestaltung nutzen

NR 874/19 Gemeinsamer Antragder Fraktionen von CDU, SPD und Die GRÜNEN im Römer

Mit zunehmendem Baufortschritt werden Fragen der endgültigen Gestalt von Straßenraum, Plätzen und öffentlichem Raum im Bereich der Europaallee aktuell. Im Rahmen des Baus des Europaviertels wurden viele Pläne erstellt, Ideen entwickelt und wieder verworfen. Einige Vorschläge verdienen eine erneute Prüfung, weil die aktuellen Baumaßnahmen das Bild des Europaviertels für lange Zeit prägen werden. Die Umsetzung der nachfolgenden Maßnahmen würde zu einer deutlichen Aufwertung führen, Plätze und Straßen würden mehr zum Verweilen und Flanieren einladen.

Der Magistrat wird beauftragt, zu prüfen und zu berichten:

1. Was waren die maßgeblichen städtebaulichen und verkehrstechnischen Gründe, die zur Abweichung von der ursprünglichen Planung des Straßenquerschnitts geführt haben?

Welche Möglichkeiten einer Optimierung bestehen heute?

2. Welche der Ideen und Anregungen, die im Rahmen von Workshops mit der Aurelis Real Estate Service GmbH sowie dem Amt für Straßenbau und Erschließung zur Gestaltung des Tel-Aviv-Platzes am westlichen Ende der Europaallee erarbeitet wurden, werden nunmehr zur Umsetzung ausgeschrieben?

3. Kann am östlichen Ende der Europaallee ein städtebaulicher Akzent wie zum Beispiel ein großer, weit sichtbarer Springbrunnen errichtet werden (ähnlich dem am Walter-von-Cronberg-Platz), ausgewählt nach einem Wettbewerb und, wenn ja, zu welchen Kosten für Herstellung und Betrieb?

Begründung:

Zu 1.

Die heutige Aufteilung der Flächen im Bereich der Europaallee für Fußgänger, Radverkehr und Erschließungsverkehr hat späte Kritik hervorgerufen, beruht aber nach Auskunft der Planer des früheren Eigentümers Aurelis Real Estate Service GmbH auf eine Reihe eingehender Überlegungen zur Erschließung und zu den technischen Erfordernissen der Stadtbahn. Diese Überlegungen sind heranzuziehen, wenn eine Optimierung der heutigen Flächenaufteilung angestrebt wird.

Zu 2.

Im Verlauf des Jahres 2018 und danach haben Bürgerinnen und Bürger mit der Aurelis Real Estate Service GmbH sowie dem Amt für Straßenbau und Erschließung zahlreiche detaillierte Ideen und Anregungen zusammengetragen, geprüft und die wichtigsten für eine spätere Umsetzung ausgewählt. Sie sollen zu einer nachhaltigen Aufwertung des westlichen Endes der Europaallee beitragen, sei es durch Angebote der Gastronomie oder zum Verweilen im öffentlichen Raum. In einem Gesamtkonzept zur optimierten Gestaltung der Europaallee sollen sie der Stadtverordnetenversammlung zugänglich werden.

Zu 3.

In der ursprünglichen Planung könnte am östlichen Ende der Europaallee ein Platz entstehen, der schon aus der Ferne auf sich aufmerksam macht. Zusammen mit einem großzügigen Kreisverkehr sollte diesem öffentlichen Raum eine besondere Qualität gegeben werden.

Es könnte deshalb für das Europaviertel einen Gewinn darstellen, wenn dieses Thema wieder aufgegriffen würde. Möglicherweise ließe sich noch heute beispielsweise ein großer, weit sichtbarer Springbrunnen einbauen, ähnlich dem am Walter-von-Cronberg-Platz im Deutschherrenviertel.

Die städtebauliche Bedeutung dieses besonderen Quartiereingangs verlangt allerdings einen besonderen Qualitätsanspruch, für dessen Realisierung ein Wettbewerb zwischen mehreren Varianten den besten Entwurf auswählen soll.