Potenzial für Dach- und Fassadenbegrünungen in Kombination mit Photovoltaik / Solarthermie ermitteln

Gemeinsamer Antrag NR 156/21 der Fraktionen DIE GRÜNEN, SPD, FDP und Volt

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

 

Der Magistrat wird gebeten, ein Kataster aller Gebäude zu erstellen, die sich im Besitz der Stadt befinden, um zu prüfen, welche dieser Gebäude sich für Dach- und Fassadenbegrünungen in Kombination oder auch getrennt davon mit Photovoltaikanlagen / Solarthermischen Anlagen eignen. Dabei sind jeweils der Aufwand und die Kosten im Verhältnis zum möglichen Ertrag auszuweisen und hiernach eine Prioritätenliste zu erstellen, wo solche Maßnahmen für den geringsten Aufwand am schnellsten zu den größten Ergebnissen führen. Sodann sind Meilensteine zu erstellen, wann die so priorisierten Maßnahmen umgesetzt werden können.

 

Begründung:

Vor dem Hintergrund des rasant voranschreitenden Klimawandels mit seinen z.T. verheerenden Folgen, müssen CO2 Emissionen reduziert werden und konkrete Maßnahmen gegen die Erwärmung und zum Regenwasserrückhalt in der Stadt durchgeführt werden.

Bepflanzte Dächer heizen sich im Sommer deutlich weniger auf und helfen so, die hochsommerliche Überwärmung in der Stadt zu reduzieren. Sie speichern aber auch Wasser und helfen insbesondere bei Starkregen das Ausmaß der Schäden durch überschwemmte Straßen, Keller und Gehwege zu verringern.

 Begrünungsmaßnahmen bringen aber nicht nur klimatische Vorteile, sie rechnen sich auch in Bezug auf die Einsparungen beim Heiz- und Kühlbedarf und schonen bei fachgerechter Ausführung die Gebäudesubstanz. Sie sind somit eine insgesamt gute Investition in die Zukunft. Gleiches gilt für die Erzeugung von Solarstrom und Solarthermie. Diese kann alternativ oder besonders effektiv auch in Kombination zu Dachbegrünungen (bei PV-Anlagen) helfen, die CO2-Emissionen der Stadt und somit eine der Haupursachen des Klimawandels zu reduzieren.  

 

Die Stadt fördert mit ihrem Programm „Frankfurt frischt auf“ bereits Begrünungsmaßnahmen auf privaten Grundstücken und an Gebäuden. Sie muss aber auch in Ihrer Vorbildfunktionen die eigenen Liegenschaften ins Auge fassen. Hier bieten zum Beispiel die Betriebshöfe der VGF sowie Sporthallen, Schulen und Dienstgebäude aller Dezernate ein erhebliches Potential für Dach- oder Fassadenbegrünungen, auch, wo dies möglich ist, in Kombination mit Photovoltaik oder Solarthermischen Anlagen. Hierbei sollte sie die low hanging fruits ernten und die Maßnahmen zunächst realisieren, die den größten Ertrag versprechen. Hierfür ist eine Prioritätenliste zu erstellen und Meilensteine aufzustellen, bis wann diese abgearbeitet sein soll.