Verhandlungen zum Erwerb des Musikbunkers im Marbachweg führen

NR 162/21 Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von GRÜNEN, SPD, FDP und Volt

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird aufgefordert,

1. nach der bereits gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erfolgten Interessenbekundung der Stadt Frankfurt in konkrete Verhandlungen zu treten, mit dem Ziel von dem städtischen Vorkaufsrecht für den Hochbaubunker im Marbachweg Gebrauch zu machen, sofern ein vertretbarer Kaufpreis für die Stadt erzielt werden kann,

2. zu berichten, welche Maßnahmen zur Brandschutzertüchtigung umgesetzt werden müssen, damit der Bunker weiterhin als Ort für Künstler*innen erhalten werden kann, wie lange es dauern würde, diese Maßnahmen umzusetzen und welche Kosten dabei anfallen würden,

3. zu prüfen und zu berichten, welche weiteren Bunker im Besitz der Stadt Frankfurt als Ausweichimmobilien ertüchtigt werden könnten. Der Bericht sollte über Standort, Kosten und räumliche Bedingungen informieren,

4. zu prüfen, welche alternativen Räume den Künstler*innen kurzfristig und übergangsweise in oder direkt von der Stadt zur Verfügung gestellt werden könnten und welche Kosten dafür ggf. anfallen würden.

Begründung:

Presseberichten zufolge wird der Stadt Frankfurt seitens der BImA ein Vorkaufsrecht für den Bunker angeboten und die Stadt könnte bei einem Erwerb und einer Brandschutzertüchtigung, die laut Angaben des derzeitigen Hauptmieters bereits durch den Einbau von Brandschutztüren und neuen Schlössern weit fortgeschritten ist und nur noch überschaubare Investitionen verlangt, den Bunker dauerhaft als dringend benötigte Proben- und Auftrittsräume insbesondere für Bands und Sänger*innen erhalten.

Die Stadt könnte in den Verhandlungen versuchen, unter Berücksichtigung der weiteren kulturellen Nutzung einen niedrigeren Kaufpreis zu erzielen. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass dies in Frankfurt gelingen kann (so z.B. weitere Musikbunker, Bunker in der Friedberger Anlage).

Die noch bestehenden Bunker und sonstigen Proberäume für Bands, die aufgrund des Lärmschutzes besondere Anforderungen stellen, reichen für die ca. 120 Bands, die derzeit im Bunker im Marbachweg proben, bei weitem nicht aus.

Unabhängig von dem angestrebten Kauf und Erhalt des Musikbunkers, ist es für ein vollständiges Bild von Relevanz, Kenntnis darüber zu erlangen, welche weiteren Bunker der Stadt zur Nutzung zur Verfügung stehen, welche Voraussetzungen Musiker*innen hier antreffen würden und mit welchen Kosten eine Ertüchtigung verbunden wäre.