FeM-Onlineberatung für Mädchen im Ausbau ihrer Beratungskanäle unterstützen

E 9/18 Gemeinsamer Etat - Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2018

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Im Haushalt 2018 werden für die FeM-Onlineberatung für Mädchen 20.000 € zweckbestimmt aus vorhandenen Mitteln bereit gestellt, damit bei der Beratung der Mädchen und jungen Frauen künftig auch neue Ansätze der Online-Beratung verfolgt und ausgebaut werden können Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig im laufenden Haushaltsjahr erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Bereits im laufenden Jahr, gleichzeitig mit dem Start der durch die Mittelerhöhung ermöglichten zusätzlichen Beratungsleistung(-en) soll eine Evaluation erstellt werden, um für den Haushalt 2019 rechtzeitig über eine Fortführung der finanziellen Unterstützung im kommenden Jahr oder über eine Verstetigung der Mittel für folgende Jahre entscheiden zu können.

Begründung:

Das herausragende Element der FeM-Onlineberatung ist, dass es in der Kombination der inhaltlichen (Safe Area, Infozone, Herstory, Forum) und konzeptionell-methodischen Ausrichtung (parteilich, feministisch, anti-rassistisch) eine Lücke im Hilfsangebot für Mädchen und junge Frauen im Raum Frankfurt schließt. Der Vergleich der Anzahl unserer Nutzer*innen 2016/2017 ergibt, dass die Nutzer*innenanzahl sich, selbst bei der bisherigen Form der Onlineberatung über die Webseite, um 36 % erhöht hat.

Auch Mädchen und junge Frauen, die mit ihren Problemen und Fragen noch nicht persönlich in Erscheinung treten wollen oder schlechte Erfahrungen im Face-to-face-Kontakt gemacht haben, trauen sich, hier von sich zu erzählen und bekommen kompetente Hilfe und Unterstützung.

Die Onlineberatung holt die Mädchen und jungen Frauen dort ab wo sie sich bewegen: Im digitalen Raum, in der für alle Mädchen selbstverständlichen Lebenswelt. Allerdings zeigt die kürzlich erschienene "Speak-Studie" auf, dass das Internet im Risiko-Ranking der zweithäufigste Ort für "nicht-körperliche sexualisierte Gewalt" ist. Da liegt die "örtliche" Nähe von Hilfe und Bedrohung nah.

Die Digitalisierung und damit die technischen Veränderungen schreiten rasant voran. So ist es neben der inhaltlichen Beratungsarbeit eine fortlaufende Anforderung an die Mitarbeiterinnen der Onlineberatung, technische Veränderungen zu verfolgen, neue Beratungsformate kennenzulernen und vor allem die Nutzungsgewohnheiten der Userinnen im Blick zu behalten. Um dies zu gewährleisten ist kontinuierliches konzeptionelles Arbeiten unerlässlich.

Verschiedene mögliche Entwicklungen, wie z.B. WhatsApp-Beratung, moderierte Gruppen-/Themenchats, Videoberatung u.v.m. müssen im Hinblick auf die Zielgruppe, den Themenbereich den die Onlineberatung abdeckt und auch die technische sowie datensichere Machbarkeit und Finanzierbarkeit durchdacht, besprochen und angepasst werden.

Bisher erfolgt die Beratung also ausschließlich online über die Webseite https://www.fem-onlineberatung.de/de. Die FeM-Onlineberatung soll die digitale Beratung, beispielsweise auch via WhatsApp oder andere Möglichkeiten wie Gruppenchats durchführen können. Für den Ausbau des Angebots und die Entwicklung der Beratung über alternative Medienkanäle, wie oben beschrieben, ist die Erhöhung des Budgets nötig.