Beratung aus einer Hand für Alleinerziehende

E 22/19 Gemeinsamer Etatantrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2019

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Für die Konzeption und Erprobung der Beratung aus einer Hand für Alleinerziehende wird in einem Pilot-Sozialrathaus, in dessen Zuständigkeitsbereich ein besonders hoher Anteil Alleinerziehender mit geringem Einkommen lebt, eine vorhandene Stelle zugeordnet.

Hierüber wird der Magistrat nach einem Jahr berichten.

Begründung:

In den Sozialrathäusern sollen Anlaufstellen geschaffen werden, in denen alle Sachverhalte und Leistungsersuchen, mit denen sich Alleinerziehende auseinander setzen müssen, beraten und veranlasst werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Anlaufstellen übernehmen dabei eine Lotsenfunktion auch für Anliegen an andere Leistungsträger, Ämter und Einrichtungen. Die Beratung soll dabei im Hinblick auf die Wechselwirkungen der unterschiedlichen Leistungsanspruchsgrundlagen, die bestmögliche Regelung für Alleinerziehende ermitteln und mehrfache Vorsprachen minimieren.

Mit der Erprobung in einem Pilotsozialrathaus soll geprüft werden, ob das Konzept auf alle Sozialrathäuser ausgedehnt werden kann.

Eine vielfach schlechte ökonomische Situation Alleinerziehender, verbunden mit der schwieriger Vereinbarkeit von Familie und Beruf und weniger verfügbarer Familienzeit sind verantwortlich für schlechtere Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten von Kindern in Ein-Elternhaushalten und führen zu einer Verfestigung von prekären wirtschaftlichen Verhältnissen vieler Alleinerziehender.

Rechte und Leistungsansprüche von Alleinerziehenden sind in einer Vielzahl von Gesetzen geregelt, die teilweise in Abhängigkeit zueinander stehen. Der sehr gute Leitfaden des Frauenreferats für Alleinerziehende zeigt das auf, ändert aber nichts daran, dass die Alleinerziehenden bis zu 14 verschiedene Anlaufstellen haben, davon sehr viele bei der Stadt selbst. Dies sind zum Beispiel das Sozialrathaus mit Wirtschaftsdienst, Kinder- und Jugendhilfe, Infostelle, Zentralem Team, außerdem Elterngeldstelle, Versicherungsamt, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Familienkasse, Finanzamt, Amt für Wohnungswesen, KITA Frankfurt, Stadtschulamt, Babysitter und Tagespflegevermittlung, Frankfurter Kinderbüro, Krankenkasse und ggf. Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Die Klärung der Ansprüche ist kolossal zeitaufwändig und für Verwaltungslaien eine Überforderung. Übereinstimmend wird daher von Alleinerziehenden, deren Verbänden, aber auch der Kinderforschung eine vereinfachte und zeitsparende Zugangsmöglichkeit zu den Leistungen gefordert, die "Beratung aus einer Hand".