Kulturentwicklungsplanung weiter vorantreiben

E 47/19 Gemeinsamer Etatantrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2019

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Kulturentwicklungsplanung wird weiter vorangetrieben. Bis zur Einbringung des Haushaltes 2020/21 wird der Stadtverordnetenversammlung ein Bericht über den Fortgang der Arbeiten an der Kulturentwicklungsplanung sowie über den Mittelabfluss der zweckgebundenen und übertragenen Mittel vorgelegt.

Begründung:

Mit dem Etatantrag E 57/17 sind 200.000 Euro zusätzlich in den Haushalt eingestellt worden, damit eine Kulturentwicklungsplanung begonnen werden kann. Zur Vorbereitung des Kulturentwicklungsplanes werden die Arbeiten hierfür weiter vorangetrieben. Ein Bericht soll der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.

Schon im Koalitionsvertrag ist formuliert: "Wir wollen unter Federführung des Kulturdezernats im Rahmen eines professionell gemanagten Beteiligungsprozesses einen Kulturentwicklungsplan für Frankfurt aufstellen und so die Stadtgesellschaft in die zukünftige Entwicklung der Frankfurt Kulturlandschaft einbinden. Ziel ist dabei, den Kultureinrichtungen Planungssicherheit in Bezug auf ihre künftige Entwicklung zu geben und neue Perspektiven zu eröffnen."

Die Gesellschaft ist großen Veränderungen unterworfen, das ist mehr als offensichtlich. Demografie und Migration, Fragmentierung, soziale Distinktion, Pluralisierung sowie die soziale Spreizung wirken auf Kulturpraxis und Kulturkonsum. Generations- und gruppenspezifisch differenziert sich die Kulturnachfrage und -produktion immer weiter aus.

Nicht mehr eine Kultur für alle, sondern sehr viele verschiedene Kulturangebote werden von den vielen neuen Stadtbewohnerinnen und -bewohner erwartet und die Ermöglichung der kulturellen Vielfalt in all ihren Facetten benötigt. Dahinter verbirgt sich ein Prozess, der neben vielen Chancen auch Konflikte (z.B. über Ziele, Ressourcen) mit sich bringen kann und der daher eine besondere Bedeutung für die kulturelle und gesellschaftliche Bildungsarbeit hat. Gerade die Betrachtung der Geschichte und der Kultur im weiteren Sinne sowie der Künste bieten Möglichkeiten des gemeinsamen Erlebens, des gegenseitigen Kennenlernens und vor allem des gemeinsamen Schaffens neuer Sichtweisen und Erkenntnisse der eigenen Realität.

Digitalisierung und neue Medien verändern die Kulturrezeption genauso radikal wie die Kulturproduktion. Kulturpolitik, verstanden als strategische Steuerung von Kulturförderung, muss auf solche Veränderungen Antworten finden.

Dazu bedarf es einer Verständigung auf Ziele, auf Aufgaben und auf Veränderungsbedarf. Genau das ist das Ziel der Kulturentwicklungsplanung.