Designwirtschaft stärken – Frankfurts Bewerbung als World Design Capital vorantreiben

E 60/20 Gemeinsamer Etatantrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2020/2021

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Für die Bewerbung der Region Frankfurt Rhein-Main als World Design Capital 2026 sowie für Anschub-Projekte wird für die Haushaltsjahre 2020 und 2021 jeweils ein Zuschuss in Höhe von 250.000 EUR gewährt.
    Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den beiden Haushaltsjahren (2020/21) erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.
  2. Der Magistrat wird beauftragt, zügig eine Arbeitsstruktur für die Weiterentwicklung und Organisation der Bewerbung herbeizuführen sowie die möglichen Gesamtkosten eines Bewerbungsverfahrens zu prüfen und mit den interessierten Partnern Konsortialvereinbarungen zur Finanzierung zu treffen.

Über die Ausführung dieses Beschlusses ist der Stadtverordnetenversammlung binnen sechs Monaten zu berichten.

Begründung:

Die Designwirtschaft ist eine Triebfeder der urbanen Entwicklung in der Region. Bei entsprechendem Willen und Einsatz kann Frankfurt/Rhein-Main den Zuschlag erhalten und wie zuvor Kapstadt, Helsinki oder die Metropolregion Lille Weltdesignhauptstadt werden. Der Kulturfonds RheinMain gGmbH hat zusammen mit der Werkbundakademie Darmstadt e.V. bereits wertvolle Vorarbeit geleistet. So liegt auch eine erste Kostenschätzung des Projektbüros mit einem möglichen Finanzierungsmodell für die Region Frankfurt/Rhein-Main vor, nach dem die Kommunen, die Region/das Land, der Bund und verschiedene Unternehmen/Stiftungen je ein Viertel der voraussichtlichen Gesamtkosten tragen.

Die Metropolregion mit Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach und Mainz sowie den Umlandgemeinden ist eine Kreativhochburg. Es herrscht eine hohe Dichte an Unternehmen der Designwirtschaft. Die Designszene befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Mensch, Materie und Digitalem, ist äußerst dynamisch und international aufgestellt. Viele Auftraggeber sind anspruchsvolle Global Player. Hinzu kommen renommierte Kunsthochschulen, Akademien und weiterbildende Lehranstalten. Die Museen der Region, Designveranstaltungen und Messen befassen sich kontinuierlich und auf hohem Niveau mit Design.

Der Titel "World Design Capital" wird alle zwei Jahre vom internationalen Verband "World Design Organization" mit Sitz in Kanada ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden damit Städte, die Design in innovativer Weise für ihre soziale, kulturelle, ökonomische und um-weltpolitische Entwicklung nutzen.

Schon allein die Bewerbung kann die gemeinsame Identität der Metropolregion Rhein-Main stärken und kommunenübergreifend den sozialen Austausch über Themen fördern, die für Menschen der Region wichtig sind. Ein Zuschuss zur Vorbereitung und Durchführung des Bewerbungsverfahrens sowie für Anschub-Projekte etwa mit dem in Frankfurt am Main ansässigen Deutschen Designer Club e.V. verbessert die Chancen, WDC-Hauptstadt zu werden.

Eine erfolgreiche Bewerbung stärkt nicht nur die regionale Identität und die ansässige Kreativwirtschaft, sondern wird auch die internationale Sichtbarkeit Frankfurts und der Region erhöhen sowie zusätzliche Umsätze für die Tourismus-Wirtschaft bringen.