Unterstützung des Fritz Rémond Theaters

E 46/20 Gemeinsamer Etatantrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2020/2021

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Zuschuss an das Fritz Rémond Theater in der Produktgruppe 21.01 wird 2020 um 50.000 EUR und 2021 50.000 EUR erhöht. Die Finanzierung wird für einen Ausgleich der Steigerungen bei den Betriebskosten verwendet.

Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den beiden Haushaltsjahren (20/21) erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Über die Ausführung dieses Beschlusses ist der Stadtverordnetenversammlung binnen sechs Monaten zu berichten.

Begründung:

Das Fritz Rémond Theater kann bereits auf eine jährige Geschichte zurückblicken und wurde während der letzten 25 Jahre erfolgreich von Prof. Claus Helmer geführt. Prof. Helmer übernahm das Zootheater 1995 mit 2,3 Mio. DM Schulden übernommen und tilgte diese, wodurch das Theater vor der Schließung bewahrt wurde. Seitdem wurden 175 Stücke inszeniert und die Produktionen des Rémond Theaters gehen regelmäßig auf in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Tournee.

Das Theater im Zoo wird seit 2014 mit jährlich 660.000 € (nach Konsolidierungsvorgabe ab 2018 mit 638.500€) aus städtischen Mitteln bezuschusst, wovon jedoch im Jahre 2019 262.817 € allein auf die Mietkosten entfallen. Die umfangreichen Kostensteigerungen für Werkstätten, Sozialabgaben und Werbung können nicht länger allein mit den bisherigen Zuschüssen und den leicht angehobenen Zuschüssen in den Haushaltsjahren 2020 mit 675.000 € und 2021 mit 688.000 € und den mit der aktuellen Spielzeit angehobenen Preisen für Eintrittskarten und Abonnements aufgefangen werden, da dies zunehmend zulasten des künstlerischen Betriebs geht.

Das Fritz Rémond Theater im Zoo hat zusammen mit dem Theater Die Komödie eine Werkstatt mit Arbeits- und Lagerräumen angemietet, in denen für beide Theater die Bühnenbilder hergestellt, sowie der Möbel und Requisitenfundus gelagert werden. Bei einer Größe von 760 qm² belief sich die Miete bis Juni 2019 auf 24.000 € p.a. Durch einen Eigentümerwechsel müssen beide Häuser nun jedoch seit 1. Juli 2019 72.000 € p.a. für die Miete der Werkstatt entrichten, wodurch sich eine jährliche Mehrbelastung von ca. 24.000 € pro Theater ergibt.

Durch Preissteigerungen belaufen sich ebenso die jährlichen Werbekosten mittlerweile auf rund 70.000 € pro Theater. Auch die Übernachtungen der Schauspieler schlagen, zusätzlich zu den zu erstattenden Fahrtkosten auftretender Ensembles, mittlerweile mit 70.000 € zu Buche. Hinzu kommt, dass sich die Sozialabgaben während der letzten Jahre kontinuierlich erhöht haben. Das Fritz Rémond Theater beschäftigt ebenso wie die Komödie qualifizierte Fachkräfte, kann jedoch keine Gehälter zahlen, die der Größe des Theaters angemessen oder mit den Tariflöhnen der städtischen Bühnen vergleichbar wären.

Eine moderate zusätzliche Erhöhung des städtischen Zuschusses soll zur Abfederung der Mehrbelastungen beitragen und die künstlerische Arbeit der Theaterschaffenden sichern.