Förderung von Selbstverteidigungskursen für Mädchen in Grundschulen zur Gewaltprävention

E 67/20 Gemeinsamer Etat-Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2020/2021

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Für die Förderung von Selbstverteidigungskursen für Mädchen an Frankfurter Grundschulen werden jährlich 25.000,- € für die Haushaltsjahre 2020/2021 bereitgestellt. Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den beiden Haushaltsjahren erfolgt ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Über die Ausführung dieses Beschlusses ist der Stadtverordnetenversammlung binnen sechs Monaten zu berichten.

Begründung:

Die von der Stadt Frankfurt veranstalteten oder geförderten Sportveranstaltungen sind für alle Sportinteressierten offen, ebenso die städtischen Sportanlagen- und Hallen. In Frankfurt lebende Personen sind eingeladen, am Sportleben in dieser Stadt aktiv teilzunehmen. Im Alltag ist der Sport, bzw. viele Sportarten und Vereine jedoch sehr traditionell und von klaren Geschlechterzuordnungen geprägt.

Dies galt und gilt auch im Bereich des Kampfsportes, der Selbstverteidigung und Gewaltprävention. Aus diesem Grund wurde 1985 einer der ersten Mädchen und Frauen Gewaltpräventionskurse angeboten und erreicht noch heute sehr viele Mädchen und Frauen.

Da nicht alle Mädchen den Zugang zu den Vereinen finden und auch nicht alle Eltern über das Wissen dieser Angebote und die finanziellen Mittel verfügen, müssen die Kurse zu den Mädchen kommen. Die Notwendigkeit von Selbstverteidigung, Selbstbehauptung, Selbstbestimmung und Gewaltprävention ist noch heute ein sehr wichtiges Thema. Gerade Mädchen, die immer wieder in bedrohliche und potentiell gefährliche Situationen geraten, müssen frühzeitig Strategien und Techniken erlernen, um bedrohliche Situationen zu erkennen und sich zu wehren. Gerade im Hinblick auf die Umsetzung der Istanbul-Konvention, die das Ziel hat, geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen, wird immer wieder deutlich, dass Gewaltprävention eines der prioritären Themen ist.

Unter dem Motto "Sicher, Stark, Selbstbewusst" fanden 2002 an mehreren Grundschulen mit Trainerinnen von "Frauen in Bewegung" Gewaltpräventionskurse an Grundschulen statt. Dieses Programm muss dringend wieder aufgelegt und mit geeigneten Trägern an möglichst vielen Grundschulen in Frankfurt angeboten werden.