Frankfurts „freie“ Tanzszene stärken

E 58/20 Gemeinsamer Etat-Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2020/2021

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Für die Erarbeitung einer Vorstudie zur Weiterentwicklung der Frankfurter "freien" Tanzszene werden im Doppelhaushalt 2020/2021 5.000 € bereitgestellt.

Darüber hinaus wird geprüft und berichtet, ob künftig neben den bestehenden Theaterhäusern auch ein eigenständiges Tanzhaus nötig ist.

Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den Haushaltsjahren 2020/2021 erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Über die Ausführung dieses Beschlusses ist der Stadtverordnetenversammlung binnen sechs Monaten zu berichten.

Begründung:

Der Kultur- und Freizeitausschuss hat am 13. Juni 2019 eine Anhörung zum Thema Tanz durchgeführt. Hierbei wurde deutlich, dass Frankfurt gegenwärtig über keine Strategie diesbezüglich verfügt und deshalb eine Vielzahl von Einzelaktivitäten mehr oder weniger unverbunden nebeneinander steht.

Mehrere der geladenen Expertinnen und Experten hatten in ihren Beiträgen darauf aufmerksam gemacht, dass Frankfurt dringend einen Entwicklungsplan Tanz benötigt. Es wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass es nötig sein könnte, für den Bereich Tanz ein eigenes Tanzhaus für die sogenannten Freien Gruppen zu haben.

In diesem Kontext könnte es auch sinnvoll sein, sich die bestehende Struktur der Theater-häuser daraufhin anzusehen.

Aus den Beiträgen der Anhörungsteilnehmenden wurde klar ersichtlich, dass Frankfurt mit den Master- und Bachelorstudiengängen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) ein hervorragender Ort für die Tanzausbildung ist. Viele der Absolventinnen und Absolventen wollen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region bleiben und arbeiten. Die notwendigen Proben- und Aufführungsorte sind jedoch sehr begrenzt.

Treten die Künstlerinnen und Künstler in den vorhandenen Häusern der sogenannten "freien" Szene auf, sind sie inmitten des gemischten Programms mit der Aufgabe konfrontiert, sich mit ihrem eigenen Programm sichtbar zu machen. Dies bedeutet zusätzliche Arbeit in Marketing und Management. Eine Anlaufstelle, die dezidiert die lokalen zeitgenössischen Tanz- und Performancesituationen stärkt, vernetzt und herausstellt, würde eine große Hilfe sein.

Das bedeutet, dass die Arbeits- und Produktionsbedingungen für lokale zeitgenössische

Tanz-, Choreografie- und Performancepositionen in Frankfurt ungenügend sind. Eine größere Unterstützung für mehr Sichtbarkeit ist wünschenswert. Deshalb ist ein Tanzentwicklungsplan zu erarbeiten.