Kulturpolitische Konferenz des Kunstvereins und des Instituts Normative Orders der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu transnationalen „konservativen“ Bewegungen und liberaler Demokratie fördern

E 62/20 Gemeinsamer Etat-Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN zum Produkthaushalt 2020/2021

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Für die zweitägige kulturpolitische Konferenz des Kunstvereins in Partnerschaft mit dem Institut Normative Orders der Johann Wolfgang Goethe-Universität werden für das Haushaltsjahr 2020 einmalig

20.000 EUR aus der Produktgruppe 21.01 und

20.000 EUR aus der Produktgruppe 10.04

eingestellt.

Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig im Haushaltsjahr 2020 erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Über die Ausführung dieses Beschlusses ist der Stadtverordnetenversammlung binnen sechs Monaten zu berichten.

Begründung:

Die zweitägige kulturpolitische Konferenz wird vom Frankfurter Kunstverein in Partnerschaft mit dem Institut Normative Orders der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität, sowie in Kooperation mit ausgesuchten europäischen Universitäten und Medienpartnern realisiert.

Seit 2012 häufen sich in zahlreichen Ländern Mobilisierungen und Kampagnen von zum Teil fundamentalistischen Bewegungen. Diese nationalen, nicht parteilichen Bewegungen richten einen starken Fokus auf die Rolle der Familie, die Fortpflanzung und speziell auf die Rolle der Frau. Die Beziehung zwischen den einzelnen Bewegungen ist komplex und intransparent. Immer mehr Stimmen werden laut, die allgemeine Öffentlichkeit für diese transnationalen Netzwerke und ihre antidemokratischen Gesinnungen zu sensibilisieren.

Eingeladen werden Expertinnen und Experten aus dem europäischen Ausland und aus den USA. Die zweitätige Konferenz ist in drei Panels pro Tag gegliedert, an denen thematische Schwerpunkte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Aktivistinnen und Aktivisten und Journalistinnen und Journalisten unter Einbeziehung des Publikums erörtert werden. Einige der thematischen Schwerpunkte und Aspekte der Konferenz sind:

· Was behaupten diese Bewegungen? Wie hat sich ihre politische Strategie in den letzten Jahrzehnten verändert? Welche ist ihre politische Strategie im nationalen Kontext? Welche Rolle spielt die Religion in diesem Phänomen?

· Wer sind die Akteure, die sich weltweit gegen egalitäre Maßnahmen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Rechte wenden? In welchem Verhältnis stehen sie zum rechtspopulistischen Diskurs/Handeln? Welche Rolle spielt Russland bei der Verbreitung "traditioneller Werte" im europäischen Kontext? Wie reagieren progressive Bewegungen auf konservative Ansprüche und Aktionen?

Frankfurt stünde es besonders gut an, bei dem so wichtigen Thema mit impulsgebende Stadt zu sein. Denn Frankfurt ist eine international ausgerichtete, weltweit vernetzte Stadt mit, langer liberaler Tradition. Der kritische Diskurs wurde hier begründet. Diese Konferenz kann den Diskurs fortsetzen.