Kulturcampus

Stadtverordneter Ulrich Baier, GRÜNE:

In der letzten Sitzung des Ortsbeirates 2 am Montag, 28.10.2019, war das Thema Kulturcampus auf der Tagesordnung. Die Raumstudie für die Hochschule im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst scheint abgeschlossen, ebenso eine neue Studie über den Raumbedarf der Frankfurter Kulturinstitutionen.

Ich frage den Magistrat: Für wann ist das nächste Gespräch der Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Frankfurt und des Hessischen Ministeriums terminiert, und welche Aussichten für gemeinsam genutzte Räume von Hochschule und Frankfurter Institutionen sind zu erwarten?

Stadtverordnetenvorsteher

Stephan Siegler:

Es antwortet Frau Dr. Hartwig. Bitte schön!

Stadträtin Dr. Ina Hartwig:

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Stadtverordneter Baier!

Die im Auftrag des Dezernats für Kultur und Wissenschaft erarbeitete Machbarkeitsstudie für das Zentrum der Künste zeigt erneut das große Potenzial des Kulturcampus und verbindet es mit einem detaillierten Raumprogramm, das die Vision konkret werden lässt. Sie zeigt, dass alle Akteure des Zentrums der Künste kompakt auf geringer Fläche untergebracht werden können. Die Studie wurde in enger Abstimmung mit den Akteuren des Zentrums der Künste - das sind Frankfurt LAB, Ensemble Modern, Junge Deutsche Philharmonie, Deutsche Ensemble Akademie, Internationale Ensemble Modern Akademie, Dresden Frankfurt Dance Company - erstellt, die dem Ergebnis sehr positiv gegenüberstehen. Das ist eine hervorragende Nachricht und ein wichtiger Schritt für alle, die den ehemaligen Unicampus Bockenheim zu einem vielseitigen Kulturquartier umgestalten möchten.

Dennoch ist die Frage nach den räumlichen Synergien komplex. Wir haben mit dem Land Hessen im letzten Jahr eine damals sinnvolle Arbeitsteilung bei der Konzeption des Kulturcampus verabredet. Das Land konzentrierte sich auf die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die Stadt auf das Zentrum der Künste. Mit dem Abschluss unserer Studie Ende Juli 2019 wäre nun der Zeitpunkt gekommen, gemeinsam über das weitere Vorgehen und sinnvolle Synergien zu sprechen. Unsere Studie zeigt nämlich auch: Bei einem starren Festhalten an den jeweiligen Baufeldgrenzen und komplett autark konzipierten Baukomplexen für Hochschule und Zentrum der Künste ist der Kulturcampus nicht realisierbar. Dies lässt der Bebauungsplan gar nicht zu. Darüber hinaus ist es den Steuerzahlenden nicht vermittelbar und auch unsinnig, doppelte Strukturen bei Erschließung, Haustechnik und so weiter zu schaffen, wenn sich dies durch sinnvolle Synergien vermeiden ließe.

Leider war es lange nicht möglich, einen gemeinsamen Termin mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem Finanzministerium zu finden. Auf Arbeitsebene haben wir unsere Ergebnisse dem Land bereits übermittelt, kennen unsererseits die Planungen für die Hochschule jedoch noch nicht. Jüngst hat sich schließlich ein gemeinsamer Termin mit den Ministerien gefunden, der im Dezember stattfinden wird. Wir sind zuversichtlich, an die gute Zusammenarbeit des vergangenen Jahres anzuschließen und auf Grundlage der beiden Studien mit dem Land zeitnah die nächsten Schritte zu planen.

Unser im Koalitionsvertrag und mit dem Land vereinbarter Prüfauftrag für das Zentrum der Künste ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen. Es gilt nun, das Projekt Kulturquartier endgültig auf den Weg zu bringen. Die Finanzierung des Zentrums der Künste betrachten wir dabei als eine gemeinsame Aufgabe von Stadt und Land. Dies entspricht der Förderung der am Zentrum beteiligten Akteure, der Institutionen, die fast zu gleichen Teilen von Stadt und Land gefördert werden.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteher

Stephan Siegler:

Vielen Dank, Frau Stadträtin! Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Baier von den GRÜNEN. Bitte!

Stadtverordneter Ulrich Baier, GRÜNE:

(Zusatzfrage)

Es ist schön, dass es vorangeht. Das Ziel teilen wir. Welche Strategie haben Sie denn, um mit dem Land an dieser Stelle zu einer gemeinsamen Nutzung dieser Räume zu kommen?

Stadträtin Dr. Ina Hartwig:

(fortfahrend)

Wie ich schon sagte, wir haben einen Termin vereinbart, bei dem wir uns mit der Synergiefrage noch einmal gemeinsam beschäftigen müssen, denn was unsere Planung und unsere Raumstudie angeht, können wir sagen, die Akteure kommen knapp unter, aber es ist etwas zu knapp. Der Bebauungsplan steht fest. Wir müssen uns zum Thema Synergie verständigen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das auch schaffen.