Planung und Realisierung der neuen Häuser (Neubauten und Rekonstruktionen) auf de Dom-Römer-Areal

Stadtverordnete Dr. Heike Hambrock, GRÜNE:

Sehr geehrte Damen und Herren, Herr Stadtverordnetenvorsteher!

Zu dem Prozess oder dem Werdegang dieses Projektes hat Herr Kirchner ausführlich Stellung genommen und sozusagen die ganzen Abschnitte noch einmal für uns zusammengefasst. Das Projekt der Neubebauung des Dom-Römer-Areals, ich glaube, es handelt sich höchstens um eine Fläche von 7.000 Quadratmeter, über die wir sprechen, beschäftigt uns seit zwei Legislaturperioden und die FREIEN WÄHLER wollen jetzt, dass wir noch eine dritte Legislaturperiode dranhängen. Der Antrag ist zwar nicht auf der Tagesordnung, aber ich habe auch im Dom?Römer?Ausschuss gesagt, dass ich den Antrag heute genauso gut ablehnen kann wie in vier Wochen, denn er ist einfach unsinnig. Wir können das Rad der Geschichte nicht noch einmal zurückdrehen, das macht einfach keinen Sinn.
(Beifall)
Begonnen hat der Diskurs mit einem städtebaulichen Wettbewerb, dessen Ausgang zu Recht in der Kritik stand. Er hat aber einen Prozess in Gang gesetzt, an dessen Ende wir heute dem Ergebnis eines lebendigen Altstadtquartiers greifbar nahe gekommen sind. Wir werden nämlich heute mit unserem Antrag bekräftigen, dass das Ergebnis des VOF?Verfahrens umgesetzt wird. Teil dieses VOF?Verfahrens ist allerdings nicht das Stadthaus, das nichtsdestotrotz Teil des Projektes ist. Was werden wir mit dem VOF?Verfahren umsetzen? Die DomRömer GmbH wird in unserem Auftrag auf historischem Stadtgrundriss in Erbpacht Häuser bauen. Sie werden den Krönungsweg wiederherstellen und in Gestalt und Nutzung einen lebendigen Mix aus Wohnen, Kultur, Gastronomie und Läden realisieren. Wir gehen dabei einen neuen Weg, und der ist mir und auch uns GRÜNEN besonders wichtig. Wir werden nämlich Leitbauten rekonstruieren - es waren am Anfang vier, am Ende sind es acht geworden, das kann man durchaus kritisch sehen - und wir werden diese Leitbauten um weitere Rekonstruktionen ergänzen, aber das nach ganz klaren Kriterien. Herr Hübner, wie Sie wissen, hat es nicht für alle möglichen Rekonstruktionen Interessenten gegeben, dies nur dazu.

Aber das Wichtigste ist, wir werden auf diesem Areal Neubauten in einer Architektursprache realisieren, welche die Bautradition des Ortes, auf dem wir uns befinden, in Form einer Gestaltungssatzung aufgreift, und das ohne sich anzubiedern, sondern vielmehr ein vielfältiges Zeitgenössisches aufzeigt, und genau diese Kombination macht das Besondere des Geländes aus. Wir haben in dieser Frage, nämlich der richtigen und adäquaten Verwendung von Spolien, die sich teils im Historischen Museum, teils in Privatbesitz befinden, einen großen Konsens erzielt.

Ich muss da jetzt nicht unbedingt von einem Renommierprojekt sprechen, wie das der Gestaltungsbeirat tut, aber es ist ein wichtiges Projekt für die Stadt und es wird immer eine kleine Minderheit im Promillebereich geben, die sich damit nicht zufriedengeben wird, aber die lassen wir hinter uns, denn wir werden das Rad nicht zurückdrehen. Wir sind längst weiter mit dem Projekt.

Vielen Dank!
(Beifall)