Aktuelle Stunde: Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Stadtverwaltung

Stadtverordnete Hilime Arslaner-Gölbasi, GRÜNE:

Sehr geehrte Frau Vorsteherin, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich möchte Sie davon verschonen zu erzählen, wie gut ich mich hier entwickelt habe, persönlich, beruflich, privat und so weiter.

(Beifall)

Das kann man bei einem Bier oder einem Wein gerne einmal machen.

Herr Brillante, Sie haben nicht zum ersten Mal das anonymisierte Bewerbungsverfahren erwähnt, und auch wir wissen um die Probleme von Bewerbungen, dass Bewerberinnen und Bewerber, die einen türkischen oder arabischen Namen haben, im Durchschnitt - dazu gab es eine Studie - mit 14 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. All das wissen wir. Wir sind aber auch in sehr engen Kontakten und Gesprächen mit dem POA, weil es eines der elementaren Anliegen unserer GRÜNEN-Fraktion ist, allen Frankfurterinnen und Frankfurter die Teilhabe in allen Bereichen des Lebens zu ermöglichen. Das heißt auch, alle Bereiche der Stadtgesellschaft in all seiner Vielfältigkeit zu spiegeln. So auch den Anteil der Beschäftigen mit sogenanntem Migrationshintergrund bei der Stadtverwaltung zu erhöhen. Zu diesem Zweck hat unsere ehemalige Integrationsdezernentin Nargess Eskandari‑Grünberg den Zehn-Punkte-Plan unter anderem auf den Weg gebracht. Auch wir stehen im intensiven Austausch mit dem Personal- und Organisationsamt. Wir haben eine detaillierte Anfrage bezüglich der Anzahl an Beschäftigten mit sogenanntem Migrationshintergrund gestellt und erhielten einen Bericht mit Datum vom 16.03.2015, in dem alle Daten sehr detailliert und gut nachzulesen sind. Im Ergebnis konnten wir feststellen, dass beispielsweise - ich möchte jetzt nicht alle Daten nennen - die Kita Frankfurt 30 Prozent Beschäftigte mit sogenanntem Migrationshintergrund hat, diverse Museen über 20 Prozent, das Stadtschulamt 16 Prozent, im Durchschnitt sind es 15 Prozent. Natürlich sind wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden, aber es ist schon einmal gut, dass wir auf dem Weg sind, dass wir diese Zahlen haben, dass wir in einem guten Austausch mit dem POA sind und mit dem neuen Personaldezernenten auch alles tun werden, um das in die Wege zu leiten.

Einige Beispiele, die es dafür gibt, sind Infoflyer, in denen sich Bewerberinnen und Bewerber aller Nationalitäten in Frankfurt wiedererkennen und Informationen an alle Wirkungskreise weiterleiten können. Da werden die Eltern informiert, weil dort das Ausbildungssystem nicht so bekannt ist. Eine Ausbildung bei der Stadt erscheint einigen leider nicht die "first choice"-Geschichte zu sein. Aber was gut ist, um einige kleinere Sachen zu nennen, ist, dass bei den Stellenausschreibungen explizit erwähnt wird, dass Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten ausdrücklich erwünscht sind.

Noch einmal: Wir sind nicht am Ziel. Wir haben noch einiges zu tun auf dem Weg dorthin, aber wir sind guter Dinge und werden es hoffentlich baldmöglichst auch erreichen.

(Beifall)