Aktuelle Stunde: Bilanz des Rekordsommers 2018

Stadtverordnete Ursula auf der Heide, GRÜNE:

Überhitzung, oder wie?

Herr Stadtverordnetenvorsteher,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Das treibt uns GRÜNE von je her an, und die aktuelle politische Entwicklung macht uns da nur noch entschlossener. Es macht am Ende ja keinen Unterschied, ob man wie Trump den Klimawandel leugnet und untätig ist oder ob man alle Verträge unterschreibt und trotzdem nichts macht. Kein Ausstieg aus der Kohle, keine Verkehrswende, keine Agrarwende. Der Kurs auf dem abschmelzenden Eisberg wird weiter gehalten. Das soll uns aber in Frankfurt nicht bremsen. Städte sind weltweit Vorreiterinnen beim Klimaschutz und Frankfurt will, so steht es im Koalitionsvertrag, Klimaschutzhauptstadt sein. Der Klimaplanatlas muss deshalb, die Dezernentin sagt es, dezernatsübergreifend der Handlungsrahmen für unsere Stadtentwicklung sein.

(Beifall)

Ich kann verstehen, dass Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ein dunkelrot eingefärbtes Stadtbild erfreut. Beim Klimaplanatlas sollten wir aber gemeinsam für Blau und Grün kämpfen. Versäumnisse beim Klimaschutz und Klimaanpassung treffen in Frankfurt und erst recht weltweit die am Härtesten, die sich selbst nicht schützen können. Es trifft Kranke, Alte und Kinder zuerst. Soziales und ökologisches Zusammendenken, das ist unsere Überzeugung. Klimagerechtes Bauen ist kein Luxusthema und der Wegfall von Kfz-Plätzen und Fahrbahnen zugunsten von klimafreundlichem Verkehr keine Katastrophe, auch nicht für die Wirtschaft.

Echte Katastrophen sehen anders aus. Wir haben bisher nur Glück gehabt. Jede Feuerwehrfrau weiß, dass Wasser mehr Schaden anrichtet als Hitze und Feuer. 2014 ist über Münster ein Starkregen niedergegangen, der in wenigen Stunden alles unter Wasser gesetzt hatte, die rekonstruierte Altstadt, das Stromnetz, den Verkehr, Unterführungen, entlegene Stadtteile, es sind Menschen gestorben. In Frankfurt sollen sich die Bürgerinnen und Bürger auf ein vorausschauendes und flexibles Krisenmanagement verlassen können. Eine Klimawandel-Taskforce, die die Stadt auf extreme Wetterereignisse vorbereitet, lebenswichtige Infrastrukturen sichert, Maßnahmen steuert und vor allen Dingen die Kommunikation für Bürgerinnen und Bürger organisiert, so wie in Münster, ist jetzt das Gebot der Stunde.

Vielleicht sollten wir als Klimaschutzhauptstadt Deichbauerinnen und Deichbauer einstellen, damit der Traum vom autofreien Nordufer nicht absäuft und der Hafen im Historischen Museum seinen musealen Charakter behält.

Ich danke Ihnen!

(Beifall)