Aktuelle Stunde: Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund

Stadtverordnete Hilime Arslaner-Gölbasi, GRÜNE:
Sehr geehrter Herr Vorsteher,
sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Frau Pfreundschuh, zu Ihnen noch einmal ein Letztes, das wurde aber auch sogar selbst von unserem Personaldezernenten erwähnt: Natürlich geht es doch hierbei immer um gleiche Befähigung und gleiche Eignung. Das ist selbstverständlich. Wenn wir dieses Thema anreißen, vergleiche ich das immer gerne mit dem Thema Frauen. Sind Frauen denn nicht fähig und geeignet genug, um Führungspositionen zu übernehmen? Aber ihr Anteil ist gering. Genauso ist es mit den Migranten.

(Beifall)

Dass der Anteil der Migranten enorm unter dem Durchschnitt liegt, bedeutet nicht, dass sie nicht fähig oder geeignet wären. Das muss man ausklammern. Für alle, die es nicht verstehen wollen, noch einmal: Diese Anteilserhebung und Frauenquoten et cetera gelten immer mit der Maßgabe der Befähigung für diese Position. Das schreiben Sie sich bitte hinter die Ohren, dies richtet sich gerade an die rechte Ecke dort.
Wer behauptet, man könne die Zahlen der Menschen mit Migrationshintergrund nicht ermitteln, dem sei gesagt, dass es ein Märchen ist.

(Beifall)

Es gibt diverse Studien und Wissenschaftler, die zum Beispiel den Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund in Unternehmen ermitteln. Es gibt auch eine Studie auf Bundesebene, die den Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung ermittelt hat. Wenn das geht, dann können wir durchaus auch den Anteil der Migranten in der Stadtverwaltung in Frankfurt ermitteln; das geht.

(Beifall)

Frankfurt ist eine reiche Stadt, meine Damen und Herren. Unsere Stadt ist reich an Vielfalt,

(Beifall)

reich an Ressourcen, reich an Sprachen, die hier gesprochen werden, und reich an Kulturen, die hier gelebt werden.

(Beifall)

Nun gilt es, unseren Reichtum an Vielfalt zu nutzen. Denn das ist nicht nur ein Standort-vorteil, Wettbewerbsvorteil und Wirtschaftsfaktor, sondern ein Beleg dafür, in der sich die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt, die die Bedürfnisse von Kunden oder Klienten besser erkennen und bedienen kann. Um diesen Reichtum zu steuern, hat Dr. Nargess Eskandari-Grünberg schon des-wegen - wir sind seit Jahren an diesem The-ma dran - unter anderem das Integrations- und Diversitätskonzept initiiert. Es wurden Handlungslinien entworfen, und seit 2010 ist es politischer Konsens hier im Hause, die Vielfalt unserer Frankfurter Einwohnerinnen und Einwohner als Potenzial anzuerkennen und das Handeln der städtischen Ämter und Betriebe entsprechend auszurichten.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteher
Stephan Siegler:
Frau Arslaner-Gölbasi, Ihre Redezeit ist überschritten.

Stadtverordnete Hilime Arslaner-Gölbasi, GRÜNE:

(fortfahrend)

Ja.
Allerdings sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte immer noch deutlich unter-repräsentiert, sie finden nur schwer den Weg in die Verwaltung und steigen seltener auf. Das erinnert uns an die Diskussion mit den weiblichen Führungskräften.