Aktuelle Stunde: Bedrohung mit Schusswaffe durch Wahlkampfhelfer der AfD

Stadtverordneter Taylan Burcu, GRÜNE:

Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren!

Auch wenn ich den Ausführungen des Seckbachers, der sich dankenswerterweise klar und deutlich gegenüber der AfD positioniert hatte, glaube und es nachvollziehbar finde, muss man bei unterschiedlichen Versionen zweier Beteiligter oder mehrerer Beteiligter natürlich erst einmal vorsichtig sein. Ich war nicht dabei, ich weiß also nicht mit Sicherheit, was vorgefallen ist. Aber, ich weiß etwas über den selbst ernannten Propheten, Herrn Zahid Khan. Wenn man seine bisherigen Auftritte und seine Reden nur ein wenig verfolgen konnte, müssten einem eigentlich direkt zwei Attribute über ihn einfallen, das eine ist verrückt und das andere ist gefährlich. Mit verrückt und gefährlich ist man sicherlich gut aufgehoben in den Kreisen der AfD, aber eine Schusswaffe tragen zu dürfen, das passt nicht zu verrückt und zu gefährlich.

(Beifall)

Wir haben es vorhin gehört, Herr Stadtrat Frank hatte gesagt, dass die Stadt Frankfurt nicht zuständig ist, aber wir GRÜNEN hoffen inständig, dass die zuständige Behörde - ich glaube sie müsste in Offenbach liegen, oder wo auch immer sitzen mag - die Eignung von Herrn Khan sehr kritisch überprüft und diesem geistigen Brandstifter das Mitführen einer echten Waffe endlich untersagt.

Ich muss zugeben, was mich normalerweise als Kandidat im Wahlkreis 39 und damit als Kontrahent von Mary Khan, der Tochter von Zahid Khan, interessieren würde, ist, ob Frau Mary Khan, die ja auch viele Ansichten ihres Vaters teilt, auch eine Waffe mit sich trägt. Das wäre nämlich ein sehr interessanter Wahlkampf gewesen, beispielsweise einmal mit einer Schusswaffe auf einer Podiumsdiskussion aufzutauchen, das habe ich jetzt auch noch nie erlebt. Aber Frau Kahn war ja im Wahlkreis nirgendwo zu sehen. Das ist typisch für AfD-Kandidierende, deswegen hat sich das erübrigt. Ich sage deshalb, es ist typisch für AfD-Kandidierende, weil sie oftmals mit Fernbleiben glänzen. Sonst würden ja Bürgerinnen und Bürger einen Eindruck davon erhalten, dass die AfD-Kandidatinnen und AfD-Kandidaten zu wichtigen Themengebieten eigentlich nichts beizutragen haben und schon gar keine Lösungsvorschläge zu bieten haben. Natürlich einmal abgesehen von dem Unfug über Geflüchtete, über Muslime, über Migrantinnen und Migranten, den wir ja auch in diesem Hause oftmals leider zu hören bekommen haben.

Ihr Spitzenkandidat ist ja auch ein Paradebeispiel für das typische Fernbleiben der AfD. Ich sage nur: Blinde Date vom Hessischen Rundfunk lässt grüßen.

(Beifall, Heiterkeit)

Apropos Migranten: Lassen Sie mich zu guter Letzt, liebe Kolleginnen und Kollegen von der AfD, Ihnen noch einen Tipp geben. Gerade als jemand, der dieses Themenfeld Integration als Herzensangelegenheit sieht und auch hautnah miterleben darf, dass die AfD so oft und so häufig darüber redet, aber eigentlich keine Expertise zu diesem Thema zu bieten hat. Herr Zahid Khan, der ja in Ihren Kreisen sehr beliebt und angesehen ist, ist einiges, ich habe es ja schon angedeutet ...

Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker:

Herr Burcu, Ihre Redezeit ist Ende!

Stadtverordneter Taylan Burcu, GRÜNE:

(fortfahrend)

Mein letzter Satz, aber er ist bestimmt kein gutes Beispiel für Integration.

(Beifall)