Aktuelle Stunde: Wieder- und Neuinstallation von Brauchwasserleitungen

Stadtverordnete Angela Hanisch, GRÜNE:

 

Sehr geehrter Herr Vorsteher,

sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich denke, man muss sich einfach einmal überlegen, was Brauchwasser ist. Brauchwasser gibt es in ganz verschiedenen Qualitäten. Zum einen ist von Regenwasser gesprochen worden, was man durchaus auch einmal trinken kann. Brauchwasser ist aber auch sogenanntes Grauwasser, sogar Schwarzwasser. Man könnte sagen, dass man Wasser in Kaskaden nutzen könnte. Also zuerst das wertvolle Trinkwasser, und wenn es zum Trinken, zum Spülen und Duschen genutzt wurde, taugt es auf jeden Fall noch für die Toilettennutzung. Irgendwann taugt es für uns zu Hause gar nichts mehr. Nach meinem Kenntnisstand hat der Industriepark in Höchst sieben verschiedene Wasserleitungssysteme, weil sieben verschiedene Qualitäten von Wasser fließen. Allerdings auch destilliertes Wasser, das wir privat eher nicht brauchen, zumindest nicht aus dem Wasserhahn.

 

Also, ich denke, es ist etwas komplexer, als es dargestellt wurde. Wir müssen versuchen, dass der Grundwasserspiegel nicht weiter absinkt, insbesondere in der bebauten Stadt, in der sehr viel Regenwasser auf Straßen und Dächern kommt, in die Kanalisation verschwindet und nicht in das Grundwasser versickert. Das kann man realisieren, indem man Freiflächen hat und Wasser von Dächern ins Grüne geleitet wird. In Neubaugebieten ist es üblich, wenn es nicht ein Reihenhaus, sondern ein Gebiet ist, dass sich die Stadtentwässerung anschaut, dass sehr wohl Wasser versickert, und dass das Gelände so angelegt wird, dass, wenn es viel regnet, kleine Rückhaltebecken, die natürlich gebaut werden können und nett aussehen, das Wasser auffangen. Es könnte somit verhindert werden, dass das Wasser eben nicht gleich wegschwimmt und in der Kanalisation verschwindet, sondern dort nach und nach versickert und damit in das Grundwasser geht. Das müssen wir verstärkt machen. Das ist ganz wichtig.

 

Ich wollte darlegen, dass es nicht so ist, als ob das überhaupt nicht geschieht. In der schon bebauten Stadt oder überhaupt in privatgenutzten Gebäuden zwei Wasserleitungen zu installieren, ist aufwendig. Die Mehrinstallation kostet Geld. Bei einem Neubau ist es durchaus machbar und anzuregen, auch von uns als Stadt. Bei den Privaten könnten wir uns überlegen, noch Anreize zu setzen.

 

Ich möchte noch einmal ganz klar sagen: Wir können und sollten das Wasser nicht in alten Trinkwasserbrunnen abpumpen und dann damit gießen, sondern wir sollten mit Regenwasser gießen, Regenwasser versickern lassen. Eine gute Idee ist, was das Grünflä-


chenamt aufgrund der Nähe am Main gemacht hat, die Rasenflächen mit Mainwasser zu gießen. Das ist doch vollkommen okay, es muss kein Trinkwasser sein.

 

Danke!

 

                              (Beifall)