Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderung

Stadtverordnete Sylvia Momsen, GRÜNE:

Guten Abend, liebes Parlament!

Alle zwei Jahre bekommen wir diesen Bericht. Ich versuche mich wieder in leichter Sprache. Das ist schwer. Viele Menschen auf der Erde haben zusammen ein Gesetz gemacht. Das heißt in schwerer Sprache UN‑Behindertenrechtskonvention. Das Gesetz sagt, alle Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte. Sie bestimmen selbst, wie sie leben wollen. Dafür muss viel getan werden. Das wollen die Menschen in Frankfurt tun. Wir bauen Häuser mit Fahrstühlen. Wir bauen Haltestellen ohne Stufen. Wir machen Ampeln, die piepsen. So können blinde Menschen sicher über die Straße gehen. Manche Behinderungen sieht man nicht. Es gibt Menschen, die sind traurig und lachen nie. Da helfen dann andere Menschen. So sind sie nicht alleine. Frau Birkenfeld hat einen Bericht auf rosa Papier geschrieben. Da steht alles drin, was Frankfurt macht für Menschen mit Behinderungen. Der Bericht ist in schwerer Sprache geschrieben - leider. Das verstehen nicht alle Menschen. Ich habe ihn gelesen. Er ist gut. Frankfurt hat viel gemacht. Menschen mit Rollstühlen können jetzt mit der Bahn fahren. An vielen Haltestellen können sie einfach rausfahren. An einigen Haltestellen nicht. Da muss Herr Oesterling noch mehr arbeiten.

Es gibt Häuser mit vielen schönen Dingen. Die nennt man Museen. Auch Menschen, die nicht hören können, gehen da rein. Dann wird alles mit den Händen erzählt. Dafür sorgt Frau Hartwig. Alle Menschen wollen wissen, was Menschen mit Behinderungen brauchen. Das lernen sie bei Herrn Majer im Büro. Der sagt es allen Menschen, die bei der Stadt arbeiten. Die sagen es weiter, bald wissen es alle. Das Geld gibt Herr Becker. Der hat ganz viel davon.

(Heiterkeit)

Alle Menschen fragen ihn, wenn sie Geld brauchen. Manchmal ist es alle. Das ist doof. Dann bleibt der Fahrstuhl am Eisernen Steg kaputt. Keiner repariert ihn. Dann schimpfen die Menschen.

Wir haben einen Garten mit besonderen Blumen. Der heißt Botanischer Garten. Auch blinde Menschen erkennen Blumen. Sie riechen daran. Es gibt Schilder zum Anfassen. Alle sollen sich wohlfühlen im Garten. Das hat Frau Heilig so gemacht. Vieles ist schon gut, einiges ist sehr gut, einiges ist schlecht. Baustellen sind oft schlecht. Dann finden wir den Weg nicht. Es fehlen Orte zum Sport machen. Herr Frank will ein Schwimmbad bauen. Dort brauchen wir große Duschen für alle, die im Rollstuhl Sport machen.

Es fehlen Wohnungen für Menschen mit Behinderungen. Herr Josef plant ganz, ganz viele Wohnungen, überall in der Stadt. Herr Schneider sagt ihm, wo das geht. Der kennt die Straßen, wo noch Platz ist.

Frankfurt hat einen Chef, der macht gerne alles alleine.

(Beifall, Heiterkeit)

Allein geht vieles nicht gut. Alle wollen mitmachen, auch Menschen mit Behinderungen. Wir brauchen ein Papier zum Aufschreiben. Das Papier heißt Aktionsplan. Jeder schreibt dort auf, was er machen will für Menschen mit Behinderungen. Dann können wir darüber reden. Heute machen wir den Aufzug zum Eisernen Steg, der ist am wichtigsten. Nächstes Jahr die Duschen im Schwimmbad. So wird es immer besser für Menschen mit Behinderungen. So wird es immer besser für alle in Frankfurt. Wir freuen uns auf den Aktionsplan in zwei Jahren. Den machen wir alle zusammen. Der ist dann in leichter Sprache. So verstehen ihn alle.

Danke!

Sie dürfen jetzt mit den Händen wedeln, das bedeutet klatschen in Gebärdensprache.

(Beifall)