Aktuelle Stunde: Gewalt im Frankfurter Amateurfußball

Stadtverordnete Natascha Kauder, GRÜNE:

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es ist nicht oft genug zu betonen: Frankfurt ist die Sportstadt. Das Verbindende und Integrative gilt neben Fußball - ob im Amateur- oder im professionellen Bereich - in allen Sportarten. Gerade diese Woche setzen wir mit der Europäischen Woche des Sports "be active" die Stadt in Bewegung. Von Wassergymnastik, Yoga, Zumba, Tennis, "aktive Schulkids" bis zu gesunder Ernährung gibt es mehr als 120 Angebote. Das alles wird sehr friedlich, fair, bunt und mit viel Spaß stattfinden. So, wie über 99 Prozent der Sportveranstaltungen, ob im professionellen oder nicht professionellen Bereich. Die Zahlen bestätigen das.

In der vergangenen Saison gab es vereinzelte Fälle von Formen von Gewalt im oder nach dem Sport. In der aktuellen Saison gab es vier Vorfälle. Dass es hier in Frankfurt so wenige Vorfälle gibt und sich alle auf die Spiele fokussieren, hat auch sehr viel damit zu tun, dass wir sehr viele präventive Maßnahmen anbieten. Wir kooperieren mit dem Fußballkreis Frankfurt, dem Hessischen Fußballverband bis hin zum DFB. Wie in meiner Rede zum Sport im Juni gesagt, ist es uns sehr wichtig, dass sich Frankfurt für einen Sport ohne jede Form von Diskriminierung, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und Geschlechterdiskriminierung einsetzt. Die Meldungen, die aktuell bundesweit aufkommen, über verbale und tätliche Angriffe auf Gegenspieler und Schiedsrichterinnen, auch im Jugendfußball, sind erschreckend und müssen reduziert werden.

Am Samstag im Spiel Eintracht Frankfurt gegen Dortmund hat Max Baum vom TuS Makkabi zum Beispiel von verbalen Bedrohungen erzählt. Jeder Vorfall, jede Bedrohung ist eine zu viel.

(Beifall)

Die Strafen des Hessischen Fußballverbandes sind differenziert ausgestaltet und orientieren sich am jeweiligen Vorfall. Dabei kommen Geldstrafen, Spielsperren ebenso zum Tragen wie das Verbot einer Ausübung oder einer Platzsperre. Manche der Vorfälle sind aber so leise, so subtil und doch so verletzend. Hier muss mehr Hilfe für die Betroffenen und die Vereine angeboten werden. Hier kann die Stadt, das Sportamt und der engagierte Dezernent Markus Frank nicht alleine gelassen werden. Wenn wir keinen Anstieg von vielfältigen Formen der Gewalt erleben wollen, muss auch in Frankfurt mehr investiert werden. Gerade der Fußball boomt, bei Jungs wie bei Mädchen. Bei den Vereinen in Bornheim, Ginnheim, in der gesamten Stadt gibt es Warteplätze für sportbegeisterte Kinder, Kinder aus vielfältigen Familien und Kinder aus vielfältigen Kulturen. Die Frankfurter Erklärung, eine Initiative des Fußballkreises Frankfurt gegen Gewalt, gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf den Sportplätzen, fordert dazu besser ausgebildete Trainer, Trainerinnen und mehr Betreuungspersonal sowie Kampagnen für mehr Respekt, auch von Eltern und Zuschauern gegenüber der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Demokratieförderung, Integration, Konfliktkompetenz, Konfliktprävention, ...

Stadtverordnetenvorsteher

Stephan Siegler:

Frau Kauder.

Stadtverordnete Natascha Kauder, GRÜNE:

(fortfahrend)

Einen Moment.

... Mediation und Konflikttraining.

(Heiterkeit)

Der Abbau von Vorurteilen und Chancengleichheit soll für alle ein Ziel sein.

(Beifall)