Aktuelle Stunde: Essensversorgung I

Stadtverordnete HilimeArslaner-Gölbasi, GRÜNE:

Sehr geehrter Herr Vorsteher,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Die Herstellungsbedingungen in den Schlachtbetrieben sind kein Geheimnis. Der Preiskampf in der Branche, die daraus folgenden prekären Arbeitsbedingungen undTierhaltungen sind nicht neu, sind lange bekannt. Die Arbeits- und Wohnverhältnisse der Beschäftigten sind menschenunwürdig. Der Schutz der Tiere steht seit 2003 im Grundgesetz, aber die Zustände in den Ställen und der Transport der Tiere entsprechen in keinster Weise diesen grundgesetzlich verankerten Vorgaben.

(Beifall)

Nun haben Krisen auch eine positive Seite für alle die, die daraus lernen wollen. Denn Krisensituationen wirken wie ein Vergrößerungsglas. Insbesondere die Schwachstellen werden sichtbar. Zum Beispiel wird in der derzeitigen Corona-Pandemie deutlich, die Vergabe von Aufträgen an Externe muss dringend überprüft werden. Kita Frankfurt hat insgesamt 146 städtische Einrichtungen, 125 davon werden von dem Caterer Apetito versorgt, unter anderem mit Fleisch der Firma Tönnies. Das heißt, damit schaden wir nicht nur der Gesundheit unserer Kinder, sondern unterstützen Firmen, die Mensch und Tier ausbeuten. Um aus dieser Krise zu lernen, ist es erforderlich, das Wohl von Mensch und Tier endlich in den Mittelpunkt zu rücken. Konkret bedeutet dies, dass mindestens die existierenden Vorgaben, nämlich tarifvertragliche, gesetzliche Vorgaben, erfüllt und geprüft werden müssen, ob die sichergestellt sind. Darüber hinaus ist viel mehr auf Nachhaltigkeit zu achten, auf lokale Produktionen, auf Versorgung aus der lokalen Nahrungsmittelindustrie. Wir können unsere Verantwortung für Mensch und Tier nicht auf die Auftragnehmer abwälzen. Ich möchte nicht, dass mit Frankfurter Steuergeldern und mit Entscheidungen des Frankfurter Parlaments Ausbeuter finanziert und gefördert werden.

Danke!

(Beifall)