Aktuelle Stunde: Bahnübergang Nied

Stadtverordneter Wolfgang Siefert, GRÜNE:

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Dr. Kößler,

lieber Nils!

Wir hatten das Thema ja auch ausführlich im Verkehrsausschuss, sogar sehr ausführlich. Das war ja vorher auch im Ortsbeirat ähnlich. Dann habe ich als Ausschussvorsitzender die Deutsche Bahn eingeladen und wir haben einen großen Punkt gemacht, es war sogar Fernsehen da und so weiter. Also mehr kann man als Ausschussvorsitzender nicht machen, um da die Bühne aufzumachen. Genauso wie du es gerade dargestellt hast, als Bürger, muss ich sagen, neun Jahre - das kann man doch keinem erklären. Ich habe mich vorher auch mit allen unterhalten, habe mich mit Fachleuten ausgetauscht. Man muss leider zugeben, das ist eine realistische Perspektive, wenn man vergleichbare Bauvorhaben in dieser Republik anschaut. Das ist ein Problem. Darüber müssen wir uns einmal ganz dringend Gedanken machen. Wir haben nicht nur einen Bahnübergang, der jetzt noch dringlicher ist als vorher, sondern viele Bauprojekte in dieser Stadt. Aber es ist so. Mir ging es genauso. Nach dem Unglück muss doch irgendein Ruck durch alle Beteiligten gehen. Da habe ich schon gehofft, dass die Deutsche Bahn - die Planungshoheit liegt ja bei der Stadt, das ist hauptsächlich ein städtisches Projekt -, dass sich die Leute hinstellen und sagen, jetzt geben wir Gas und dann schaffen wir es ein Jahr früher. Einfach nur, um ein Zeichen zu geben, dass es uns jetzt wichtig ist und wir da Gas geben. Der Satz kam nicht, weil sich keiner herauslehnen will, weil sich natürlich auch keiner in fünf, sechs Jahren politisch erklären will, du hast doch damals gesagt, wir machen es schneller. Wir kennen auch die Welt. Ich verstehe es ein bisschen. Aber es haben sich am Ende vom Verkehrsausschuss alle in die Augen geschaut und genickt, wo ich gesagt habe, ich möchte aber, dass ihr, wenn irgendwelche Schwierigkeiten kommen, wenn irgendetwas dazwischenkommt, wenn irgendetwas passiert, es nicht wieder zur Seite legt und etwas anderes macht, sondern nehmt den Telefonhörer in die Hand, ruft an, wenn es sein muss, dass das Projekt weitergeht und dass man möglichst schnell diesen Bahnübergang wegbekommt. Wenn das klappt, können wir uns vielleicht alle zusammen noch freuen.

Bis dahin, danke!