Energetische Sanierung

Stadtverordneter Bernhard Maier, GRÜNE:

Herr Stadtverordnetenvorsteher,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Vielen Dank! Es ist noch Zeit für eine wohnungspolitische Grundsatzdebatte. Die Vorredner haben mich dazu motiviert. Nein, ich möchte nur drei kurze Punkte sagen. Wir überbieten uns ein bisschen. Herr Pawlik hat schon angefangen, die LINKE. zu kritisieren, dass das alles nicht stimmig ist. Ich denke auch, es geht überhaupt nicht weit genug, denn im Bereich Wohnen liegen wir in Frankfurt bei einem ähnlichen Emissionsniveau wie im Bereich Verkehr. Das stellt man sich einmal vor. Doch wenn die Verkehrswende sich relativ schnell ändern ließe, liebe Kolleginnen und Kollegen, benötigt man dafür eben bald eine Mehrheit und muss viel dafür tun. Die Verkehrswende können wir schnell umsetzen, aber die Wärmewende braucht viel Zeit und verursacht viel höhere Kosten. Diese Kosten müssen natürlich gerecht verteilt werden, sodass niemand zu stark belastet wird. Wenn Häuser energetisch saniert werden, dann bedeutet das immer eine Senkung der zweiten Miete, also der Nebenkosten, wie auch Herr Dr. Kochsiek das schon gesagt hat. Ich überbiete ihn jetzt noch einmal, denn wenn die ABG maximal 1,5 Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieterinnen und Mieter umlegt, dann ist das ein wichtiger Teil der sozialen Wohnungspolitik der Stadt und sollte ein Standard bei allen sein, so eben mit den Modernisierungskosten umzugehen. Da gibt es eben nichts zu meckern, liebe LINKE., außer eben an der Zahl der energetischen Sanierungen, die wir deutlich steigern und mindestens verdoppeln müssen.

(Beifall)

Danke schön! Früher hieß es, man heizt das Geld zum Schornstein raus, heute sollen wir aber noch einen Schritt weitergehen, nämlich ein Haus soll nicht nur Energie verlieren, sondern ein Haus soll eben auch Energie gewinnen. Denn es geht um beides, um bezahlbare Mieten und Energieeinsparung. Wir haben es heute schon einmal zu energieoptimierten Gebäuden gehört, also Energie-Plus-Häuser. Intelligente zukunftsfähige Gebäude. Vor allem unter Einbeziehung der Mieterinnen und der Mieter, denn die Mieterinnen und Mieter sind zentraler Bestandteil von erfolgreicher Energie- und Wärmewende. Da sollten wir als Stadt der Zukunft eben noch stärkere Vorgaben machen und die ABG und auch alle anderen bei der Planung und Umsetzung von Energie-Plus-Häusern stärker unterstützen. Viel stärker, denn das macht die Zukunft aus. Dann sinken noch stärker die Nebenkosten. Alle werden mit einbezogen und wir tun eben auch viel mehr für das Klima und für den CO2‑Verbrauch.

Eine kurze Sache zum Schluss: Herr Podstatny, Sie sind ja noch da. Sie sagten das mit der Vorgartensatzung. Wir haben das auch im Ausschuss für Planung, Bau und Wohnungsbau. Daran können wir arbeiten. Es liegt auch im Einflussbereich des Planungsdezernenten Mike Josef. Also ich denke, wir bekommen das doch gemeinsam hin, dass die Vorgärten auch verbessert werden. Nicht nur am Haus und im Energieverbrauch, sondern um das Haus herum tun wir dann mehr für den Klimaschutz.

Vielen Dank!

(Beifall)