Frankfurter Stadtbücherei: Der OB-Kandidat der SPD ist schlecht informiert!

Zu den Vorwürfen des OB-Kandidaten der SPD gegen Bürgermeisterin Ebeling erklärt Manuel Stock, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE GRÜNEN IM RÖMER:

Die Kritik des OB-Kandidaten Franz Frey ist haltlos und von absoluter Unkenntnis geprägt. Herr Frey scheint die Vergleichsstudie nicht gelesen zu haben und tut gerade so, als sei sie in der letzten Wahlperiode nicht an der Regierung beteiligt gewesen. In diesem Zu-sammenhang scheint er geflissentlich zu vergessen, dass der ehemalige sozialdemokrati-sche Kulturdezernent Nordhoff bis 2000 für die Bibliotheken zuständig war und diese kon-zeptlos verwaltet hat. Ich erinnere an das Reformkonzept der Stadtbücherei aus dem Jahr 2003 und die populistische Haltung, welche die SPD dabei eingenommen hat mit dem glorreichen aber provinziellen Vorschlag, nur die Stadtteilbibliotheken zu erhalten und die Zentrale Stadtbücherei zu schließen! Eine Partei, die diese Forderung in der Stadt Goe-thes und der Buchmesse ernst meint, disqualifiziert sich selbst und ihr OB-Kandidat steht ihr in nichts nach.

Tatsache ist, dass 2005 die Stadtbücherei das erste Mal am freiwilligen Bibliotheksindex (BIX) teilgenommen hat. Von den 4.300 öffentlichen Bibliotheken in Deutschland haben nur 171 an diesem Vergleich teilgenommen, bei der Größenklasse über 100.000 Einwoh-ner waren es gar nur 32. Frankfurt ist in dieser Vergleichsgruppe vor Hannover, Duisburg und Dresden die einwohnerstärkste Stadt.

Wir GRÜNE begrüßen die Teilnahme der Stadtbücherei am BIX, denn sie stellt sich damit zur offenen und selbstkritischen Analyse der gemessenen Ergebnisse und bietet die Mög-lichkeit, die eigenen Leistungen über Jahre zu verfolgen.

Es ist festzustellen, dass Bereiche, in denen die Stadtbücherei gut aufgestellt ist, im BIX nicht abgefragt werden. So ist Frankfurt bundesweit bekannt für seine gute Schulbibliothe-karische Arbeitsstelle, die in diesem Bereich Vorreiterin ist. Außerhalb der Öffnungszeiten sind in den Bibliotheken viele Kindergruppen Nutzer des Frankfurter Angebots, auch die Veranstaltungsarbeit und Kinder-/Leseförderungsarbeit erfasst der BIX nicht. Bei der „Ziel-dimension Wirtschaftlichkeit“ haben die anderen Bibliotheken ihre Gebäudemieten, anders als Frankfurt, nicht eingerechnet. Die Ausgaben pro Besuch liegen in Frankfurt bei gleicher Betrachtung also deutlich niedriger als im BIX dargestellt.


Wir GRÜNE freuen uns, dass die Stadtbücherei in der „Zieldimension Mitarbeiterorientie-rung“ Platz 4 belegt. Das Personal ist also sinnvoll eingesetzt und hoch qualifiziert. Mit dem schwarz-GRÜNEN Haushalt 2007 wird der Medienetat erhöht.

Die Stadtbücherei wird in den nächsten Jahren auch baulich deutlich aufgewertet: Die Zentrale zieht im Jahr 2007 in ihre neue Liegenschaft in der Hasengasse, das Stadtteil-zentrum Süd ein Jahr später in das ehemalige Sachsenhäuser Straßenbahndepot. Diese Standorte werden den Wert des Buches für die Bildung der Bevölkerung in der Buchmes-sestadt Frankfurt auch baulich bestens verdeutlichen.