Frankfurter Stadtbücherei: Stärken herausstellen und nicht unverantwortlich schlechtreden!

Zum Ergebnis des diesjährigen Bibliotheksindex des Deutschen Bibliotheksverbandes und den Vorwürfe der SPD-Fraktion gegen Bürgermeisterin Ebeling erklärt Manuel Stock, bil-dungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE GRÜNEN IM RÖMER:

Die Stadtbücherei hat 2005 das erste Mal am freiwilligen Bibliotheksindex (BIX) teilge-nommen. Von den 4.300 öffentlichen Bibliotheken in Deutschland haben nur 171 an die-sem Vergleich teilgenommen, bei der Größenklasse über 100.000 Einwohner waren es gar nur 32. Frankfurt ist in dieser Vergleichsgruppe vor Hannover, Duisburg und Dresden die einwohnerstärkste Stadt.
Wir GRÜNE begrüßen die Teilnahme der Stadtbücherei am BIX, denn sie stellt sich damit zur offenen und selbstkritischen Analyse der gemessenen Ergebnisse und bietet die Mög-lichkeit, die eigenen Leistungen über Jahre zu verfolgen.

Es ist festzustellen, dass Bereiche, in denen die Stadtbücherei gut aufgestellt ist, im BIX nicht abgefragt werden. So ist Frankfurt bundesweit bekannt für seine gute Schulbibliothe-karische Arbeitsstelle, die in diesem Bereich Vorreiterin ist. Außerhalb der Öffnungszeiten sind in den Bibliotheken viele Kindergruppen Nutzer des Frankfurter Angebots, auch die Veranstaltungsarbeit und Kinder-/Leseförderungsarbeit erfasst der BIX nicht. Bei der „Ziel-dimension Wirtschaftlichkeit“ haben die anderen Bibliotheken ihre Gebäudemieten, anders als Frankfurt, nicht eingerechnet. Die Ausgaben pro Besuch liegen in Frankfurt bei gleicher Betrachtung also deutlich niedriger als im BIX dargestellt.

Die SPD scheint die Vergleichsstudie nicht gelesen zu haben und tut gerade so, als sei sie in der letzten Wahlperiode nicht an der Regierung beteiligt gewesen. In diesem Zusam-menhang scheint sie geflissentlich zu vergessen, dass ihr ehemaliger Kulturdezernent Nordhoff bis 2000 für die Bibliotheken zuständig war und diese konzeptlos verwaltet hat. Ich erinnere an das Reformkonzept der Stadtbücherei aus dem Jahr 2003 und die populis-tische Haltung, welche die SPD dabei eingenommen hat mit dem glorreichen aber provin-ziellen Vorschlag, nur die Stadtteilbibliotheken zu erhalten und die Zentrale Stadtbücherei zu schließen!

In Richtung SPD-Fraktion im Römer und ihre kulturpolitische Sprecherin Dr. Wolter-Brandecker bleibt nur zu sagen: gewollte und ungewollte Unkenntnis ist keine Entschuldi-gung, für eine dermaßen unsachliche Kritik.

Wir GRÜNE freuen uns, dass die Stadtbücherei in der „Zieldimension Mitarbeiterorientie-rung“ Platz 4 belegt. Das Personal ist also sinnvoll eingesetzt und hoch qualifiziert. Mit dem schwarz-GRÜNEN Haushalt 2007 wird der Medienetat erhöht.

Die Stadtbücherei wird in den nächsten Jahren auch baulich deutlich aufgewertet: Die Zentrale zieht im Jahr 2007 in ihre neue Liegenschaft in der Hasengasse, das Stadtteil-zentrum Süd ein Jahr später in das ehemalige Sachsenhäuser Straßenbahndepot. Diese Standorte werden den Wert des Buches für die Bildung der Bevölkerung in der Buchmes-sestadt Frankfurt auch baulich bestens verdeutlichen.