Frey dilettiert als Planungspolitiker

„Wie schön, dass der OB-Kandidat der SPD das weite Feld der Planungspolitik für sich entdeckt hat. Wie schade für ihn, dass er gleich auf den ersten Metern derart ins Stolpern gerät!“ so kommentierte Stefan Majer, der planungspolitische Sprecher der GRÜNEN IM RÖMER, die Pressekonferenz von Franz Frey zum Thema Hochhausentwicklungsplan. Bei diesem Thema drehe es sich, laut Majer, im Kern um die Fortschreibung eines wichtigen und sinnvollen Instrumentes zur Steuerung der Hochhausentwicklung in Frankfurt. „Wenn Herr Frey davon spricht, dass auch künftig einzelne Standorte neu für den Bau von Hochhäusern ausgewiesen könnten, dann liefert er selbst das beste Argument für eine Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplanes.“ erwidert Majer. Der entscheidende Unterschied sei offensichtlich, dass Frey prinzipiell für Einzelfallentscheidungen und damit tendenziell für Wildwuchs sei. Majer plädiert seinerseits dafür, das Ergebnis der Untersuchung erst einmal abzuwarten, bevor über ‚ungelegte Eier gegackert werde’.

Besonders wundert sich Majer über Frey’s konkrete Beispiele: „Auf Antrag der GRÜNEN hat die Stadtverordnetenversammlung schon längst den Verzicht auf weitere Hochhäuser auf dem Henninger-Areal beschlossen. Anscheinend ist das dem Hobby-Planungspolitiker Frey entgangen.“ Und zum Henninger-Turm selbst müsse Frey schon erklären, für was er denn nun sei – Umbau oder Abriß. Alles andere sei etwas naiv nach den jahrelangen Prüfungen und Diskussionen. Auch hier erinnert Majer daran, dass auf Antrag von CDU und GRÜNEN ein Wettbewerb zum möglichen Umbau des Henninger-Turms beschlossen sei.

Und wenn Frey zum Degussa-Areal fordere ‚Wir wollen dort nur Wohnen hinbekommen’, dann sei das rührend, aber bei einem Gelände, das bislang ausschließlich Büroraum umfasst, wenig Erfolg versprechend. Der GRÜNE Antrag, der auch hier als Grundlage der städtischen Planung angenommen wurde, sehe Wohnen auf 40% der Grundfläche vor – übrigens mit Zustimmung der SPD, was laut Majer bereits ein ambitioniertes Ziel im Interesse der Stärkung des Wohnens in der Innenstadt sei.

Interessant sei schließlich, dass Frey eines der Beispiel, die für eine Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplanes sprechen, selbst nenne: Das derzeitige Universitätsareal in Bockenheim sei in dem geltenden Hochhausentwicklungsplan mit seinen Hochhausstandorten nicht enthalten und müsse folglich bei der Fortschreibung berücksichtigt werden. „Vielleicht macht Herr Frey doch erst noch einmal bei dem ehemaligen Planungsdezernenten Wentz einen Chrash-Kurs in den Frankfurter Planungsfragen“ schlug Majer abschließend vor.