Älter werden in den eigenen vier Wänden - Schwarz-grüne Initiative für ein neues Serviceangebot

Zu dem gemeinsamen Antrag „Niedrigschwellige Serviceangebote für Wohnraumanpassungen“ von CDU und GRÜNEN erklären die wohnungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion und der Fraktion DIE GRÜNEN im Römer, Lothar Stapf und Dr. Andrea Lehr:

Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an der Frankfurter Stadtbevölkerung nimmt ebenso zu wie deren Wunsch nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit auch im Alter. Nur wenige von ihnen – etwa sieben Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter ab 60 Jahren – wohnen in speziellen Seniorenwohnungen oder Altenpflegeheimen. Dies liegt nicht an einem mangelnden Angebot. Vielmehr möchten die meisten der heutigen Seniorinnen und Senioren so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben.

Dies wird jedoch schwieriger, wenn die körperlichen Kräfte und die Beweglichkeit abnehmen. „Auf einmal ist das Aufstehen aus dem Sessel nur noch mit großer Mühe zu bewältigen, Stufen und Balkonschwellen werden zu unüberwindlichen Hindernissen und die Armaturen in Küche und Bad lassen sich kaum noch bedienen“, erläutert Lothar Stapf die Probleme, mit denen sich ältere Menschen oftmals konfrontiert sehen.

In vielen Fällen kann hier mit einfachen Mitteln Abhilfe geschaffen werden. Unter den Sessel lassen sich vier Klötzchen schrauben, damit das Aufstehen leichter fällt, neue Wasserhähne mit großen Hebeln lassen sich leichter bedienen, Haltegriffe machen das Bad sicherer. Aber auch technische Hilfsmittel wie Wannenlifter und Umbauten, beispielsweise die Beseitigung von Schwellen oder der Einbau einer Dusche ohne Rand sind möglich. Solche Wohnraumanpassungsmaßnahmen helfen, dass das Leben in den eigenen vier Wänden auch im Alter komfortabel bleibt.

„Viele Seniorinnen und Senioren sind aber über diese Möglichkeiten – trotz einiger in Frankfurt bereits vorhandener Beratungsangebote – nur unzureichend informiert oder sie scheuen die damit verbundenen Kosten“, umreißt Andrea Lehr die Problemlage. Dabei werden Wohnraumanpassungen oftmals von der Pflegekasse oder dem Sozialamt bezuschusst, und einige Vermieter, gerade Wohnungsbaugesellschaften, bieten an, gegen eine moderate Mieterhöhung die Umbaukosten selbst zu übernehmen.

Diesem Informationsdefizit werden CDU und GRÜNE entgegentreten. Lothar Stapf führt aus: „Mit unserem gemeinsamen Antrag wollen wir erreichen, dass alle Service-Center der städtischen Wohnungsbaugesellschaften unter dem Dach der ABG Frankfurt Holding eine entsprechende Beratung und Unterstützung für Seniorinnen und Senioren anbieten. Außerdem soll die ABG für dieses neue Angebot offensiv werben“.

„Es gilt, die vorhandenen Schwellenängste zu senken, damit mehr ältere Menschen eine Wohnraumanpassung in Erwägung ziehen und entsprechende Beratungs- und Serviceangebote in Anspruch nehmen. Am einfachsten geht das im direkten Kontakt mit den Wohnungsbaugesellschaften, zumal diese in entsprechende Wohnraumanpassungsmaßnahmen direkt einbezogen sind“, fügt Andrea Lehr hinzu.

Um auch älteren Menschen, die nicht in einer Wohnung der ABG wohnen, beim Verbleib in der eigenen Wohnung zu helfen, fordern CDU und GRÜNE darüber hinaus eine breit angelegte Informationskampagne, um die Möglichkeiten von Wohnraumanpassungen und ihrer finanziellen Förderung sowie die entsprechenden Beratungs- und Serviceangebote stadtweit bekannt zu machen.

„Die schwarz-grüne Koalition stellt sich den Herausforderungen des demographischen Wandels. Wir stehen mit unserem Antrag dafür ein, dass die Frankfurter Seniorinnen und Senioren so lange wie nur irgend möglich ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen können“, erklären Stapf und Lehr abschließend.