Heroinambulanz: Übergangsregelung nicht ausreichend

"Die jetzt erteilte Übergangsregelung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, das Heroinvergabeprojekt in Frankfurt bis zum Juni weiterzuführen, ist völlig ungenügend", so Ulrike Gauderer, drogenpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer."In Frankfurt gibt es einen klaren Bedarf, die Heroinambulanz nicht nur mit den bisherigen Patienten auslaufen zu lassen, sondern in den nächsten Jahren weiterzuführen und 150 neue Patienten aufzunehmen", macht Olaf Cunitz, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer deutlich."Selten war ein wissenschaftliches Ergebnis so eindeutig, wie die bundesweite Auswertung des Heroinvergabeprojekts. Die Heilungserfolge sind im Vergleich zur Methadonbehandlung höher, die Rückfallquote ist geringer und die Beschaffungskriminalität hat abgenommen", so Gauderer weiter."Es ist daher erfreulich, dass nicht nur in Frankfurt ein fraktionsübergreifender Konsens besteht, über die Notwendigkeit die Heroinambulanz weiter zu betreiben, sondern, dass auch die Hessische Landesregierung ihre Unterstützung signalisiert hat", fügt Cunitz hinzu. "Einseitige Schuldzuweisungen führen hier zu gar nichts.""Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (GRÜNE) hat die uneingeschränkte Unterstützung der schwarz-grünen Koalition, um eine noch weitergehende Ausnahmegenehmigung zu erreichen und als letzte Möglichkeit den Klageweg zu beschreiten", stellt Gauderer klar."Letztlich führt aber an einer Gesetzesänderung, die eine medikamentöse Behandlung Abhängiger mit Diamorphin – synthetisch hergestelltem Heroin - ermöglicht, die auch von den Krankenkassen getragen wird, kein Weg vorbei", unterstreicht Cunitz."Hoffentlich gibt es auf Bundesebene noch Bewegung und eine positive Entwicklung in dieser Frage. Für Frankfurt wäre dies immens wichtig und würde Menschen in extrem schwierigen Lebenssituationen Hoffnung und eine Perspektive bieten", so Gauderer und Cunitz abschließend.