Herointherapie: Gutes Signal aus den Niederlanden und Unterstützung aus Hessen

"Die Niederlanden haben die richtige Konsequenz aus ihrem Modellprojekt gezogen und in der letzten Woche Diamorphin, synthetisch hergestelltes Heroin, als Medikament zur Behandlung schwerkranker Patienten zugelassen", zeigt sich Ulrike Gauderer, drogenpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer, erfreut. "Das sollte für alle Verantwortlichen in Deutschland, die sich bisher gegen einen solchen Schritt aussprechen, ein Signal sein, ihre Haltung zu überdenken."

"Auch die ausdrückliche Unterstützung der Hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) für die Behandlung von Schwerstabhängigen mit Heroin ist sehr ermutigend", erklärt Olaf Cunitz, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer. "Eine so deutliche Positionierung und so klare Zusagen sind alles andere als selbstverständlich, angesichts der anderslautenden Mehrheitsmeinung innerhalb der großen Koalition auf Bundesebene."

"Die Zusicherung von Ministerin Lautenschläger Frankfurt bei den Verhandlungen mit dem Bund über eine Fortführung der Herointherapie zu unterstützen und das Projekt von Seiten des Landes Hessen auch weiterhin finanziell zu fördern zeigt, dass Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (GRÜNE) und die schwarz-grüne Koalition auf dem richtigen Weg sind", führt Gauderer weiter aus.

"Die bisherige Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, das Heroinvergabeprojekt in Frankfurt nur bis zum Juni weiterzuführen, reicht bei weitem nicht aus", zeigt sich Cunitz enttäuscht. "Dem Bedarf in Frankfurt würde es entsprechen, weitere 150 Schwerstabhängige für drei Jahre zu behandeln."

"Es wäre sehr erfreulich, wenn Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), noch vor dem Krisengipfel der bisher am Modellversuch beteiligten sieben Städte, Anfang Februar in Frankfurt, einen Weg zur Fortführung der Herointherapie aufzeigen würde. Vielleicht kann die SPD im Römer, die sich bisher sehr stark für den Modellversuch engagiert hat, hier noch Einfluss geltend machen", hofft Gauderer.

"Das deutsche Modellprojekt mit über 1000 Patienten hat gezeigt, dass diese Behandlung der Methadontherapie überlegen ist und große Erfolge bei schwerstabhängigen Patienten erzielt werden können. Es bedarf nun des politischen Willens, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen", so Gauderer und Cunitz abschließend.