Land Hessen betreibt Ideologie wider bildungspolitische Vernunft

Zur Ankündigung der hessischen Kultusministerin entscheidende Punkte des Schulentwicklungsplans für allgemeinbildende Schulen nicht zu genehmigen, erklärt der bildungspolitische Sprecher der Fraktion Die GRÜNEN im Römer, Manuel Stock:

Die ständige ideologische und bildungspolitisch unvernünftige Einmischung von Kultusministerin Karin Wolff (CDU) in die Schulentwicklungsplanung der Stadt Frankfurt ist nur schwer erträglich. Seit Jahren erkennt sie nicht die Bedürfnisse der Großstadt und führt stattdessen das hohe Gut der kommunalen Selbstverwaltung ad absurdum.

Wir kritisieren die Entscheidung, die Umwandlung der Heinrich-Kraft-Schule in Fechenheim in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) nicht zu genehmigen, scharf. Durch die Umwandlung würde sichergestellt, dass es in Fechenheim langfristig eine Möglichkeit gibt, vor Ort einen gymnasialen Schulabschluss erreichen zu können. Dies ist wichtig für die Attraktivität des Stadtteils und vor allem auch für die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen in Fechenheim. Der Stadtteil steht geschlossen hinter der Umwandlung, ebenso die Stadtpolitik.

Genauso unverständlich ist die Zurückstellung der Entscheidung über die Errichtung einer eigenständigen Integrierten Gesamtschule in der ehemaligen Herderschule. Sie ist momentan Außenstelle der IGS Nordend, eine Eigenständigkeit wird von den Beteiligten vor Ort gewollt und auch die Schülerzahlen sprechen für sie. Die Eigenständigkeit ist  darüber hinaus wichtig für die langfristige eigene Profilbildung.

Der Bedarf nach Plätzen an Integrierten Gesamtschulen ist mit der flächendeckenden Einführung der achtjährigen Gymnasialzeit (G8) noch einmal angestiegen und macht eine Ausweitung an IGS-Kapazitäten dringend erforderlich.
Die angeschlagene Kultusministerin lässt einmal mehr die Interessen der Schüler, Eltern und des Schulträgers außer Acht und betreibt bildungspolitisch schädliche ideologische Entscheidungen im Vorfeld der Landtagswahl. Langfristiges bildungspolitisches Denken scheint nicht die Stärke von Frau Wolff zu sein.

Wir freuen uns, dass die Umwandlung der Bockenheimer Georg-Büchner-Schule in eine IGS zugestimmt wird. Die GRÜNEN haben dies bereits im Jahr 2005 beantragt und die Schule hat sich inhaltlich und organisatorisch bereits vorbildlich auf den Weg gemacht.
Ebenso freuen wir uns über die Genehmigung, die Weidenbornschule und die Bornheimer Realschule zusammenzulegen. Dies ermöglicht dem Schulstandort eine organisatorisch sinnvolle Perspektive.

Mit dem geplanten Genehmigungserlass fällt die Kultusministerin weit hinter die bildungspolitische Diskussion zurück.