Keine Reduzierung des Gemeinsamen Unterrichts an der Ernst-Reuter-Schule II, Entscheidung gegen den Elternwillen

Nach Informationen von Eltern ist von Seiten des Landes Hessen geplant, eine Klasse mit Gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Schülern pro Jahrgang zu streichen. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Fraktion Die GRÜNEN im Römer, Manuel Stock:

„Sollten die Informationen der Eltern stimmten, dann würde das Land Hessen erneut die Axt an ein erfolgreiches Modell von Gemeinsamen Unterricht (GU) von behinderten und nicht-behinderten Schülerinnen und Schülern legen“, so Manuel Stock.
An der Ernst-Reuter-Schule II (ERS II) gibt es momentan vier Klassen pro Jahrgang mit GU, das entspricht der Hälfte einer Jahrgangsbreite. Nach den Informationen will das Land zukünftig pro Jahrgang eine Klasse weniger mit GU einrichten lassen und begründet das mit der Umverteilung von GU in andere Stadtteile.

„Die Eltern mussten bereits feststellen, dass die so genannte ‚Umverteilung’ bei der ‚Streichung’ einer Integrationsklasse an der Römerstadtschule vor drei Jahren bisher noch immer nicht stattgefunden hat. Das Land soll von den Reduzierungsabsichten an der ERS II schnellstmöglich Abstand nehmen“, fordert Stock.

„Der Gemeinsame Unterricht (GU) hat sich – sowohl für die Schüler mit Behinderung, als auch für die ‚Regelschüler’ – seit Jahren als erfolgreich bewiesen. Die Stadt Frankfurt hat mit der Verabschiedung des ‚Schulentwicklungsplans sonderpädagogische Förderung’ am 15.12.2007 ein quantitativ erweitertes und regional ausgeglicheneres Angebot für den Gemeinsamen Unterricht beschlossen. Das Land Hessen betreibt aber auch bei Schülern mit Behinderung Exklusion statt Inklusion, in dem es den gemeinsamen Unterricht nicht weiter ausbaut und bestehende Systeme, wie an der Römerstadtschule, zerschlägt. Dieses Handeln hat leider logischerweise eine Unterversorgung zur Folge,“ so Stock weiter.

„Wir GRÜNE fordern vom Land Hessen und Staatlichen Schulamt endlich einen bedarfsgerechten Ausbau des Gemeinsamen Unterrichts in Frankfurt anstatt einer Reduzierung der Angebote und des Brechens von Zusagen“, so Stock abschließend.