GRÜNE wollen Kinder- und Jugendtheater stärken

Die Fraktion der GRÜNEN IM RÖMER haben drei Anträge (NR 941, NR 942, NR 944) zur Stärkung der Kinder- und Jugendtheaterszene eingebracht. Dazu erklärt die kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN IM RÖMER, Heike Hambrock:

In Frankfurt existiert zweifelsohne eine lebendige und vielfältige Kinder- und Jugendtheaterszene mit Theatergruppen und Spielstätten, die erfolgreich Kinder- und Jugendtheater anbieten. Auch die Arbeit des Schultheater-Studios in der Nordweststadt zeigt, dass die Zusammenarbeit von Theaterpädagogen in Schulen eine sehr wirksame ist. Zudem bildet das Schultheater-Studio die Theaterpädagogen selbst aus und weiter.

Allerdings sorgt die dezentrale und teils amorphe Organisation der Szene mitunter für eine Unschärfe in der Wahrnehmung und ein unnötig diffuses Gesamtbild mit Überschneidungen und – oberflächlich betrachtet – einigen Konkurrenzen. Dem könnte man, ist Hambrock überzeugt, mit einer Diskussion anhand einer soliden Bestandsanalyse und einem sich anschließenden Gesamtkonzept abhelfen.

Der Vorstoß von dem designierten Intendanten Oliver Reese und dem Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums Dr. Gerd Taube und die aktuellen Bestrebungen und Debatten über die notwendige, verstärkte kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen in der Schule, bei der dem Sprech- und Tanztheater große Bedeutung zukommt, ist uns ein willkommener Anlass, um über die Entwicklung der Kinder- und Jugendtheaterszene Frankfurts in den letzten Jahren neu nachzudenken.

Es gilt, den Stellenwert für die Stadt zu bekräftigen und in Zusammenarbeit mit allen Akteuren das hohe Niveau zu halten, beziehungsweise die vorhandenen Ressourcen zu stärken, sinnfällige Kooperationen anzugehen und Perspektiven aufzuzeigen.
Mittels der Bestandsanalyse, die weit über eine rein statistische Erfassung von Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Gastspielen und Zielgruppen hinausgehen muss, sollen die Voraussetzungen für das gemeinsam zu erstellendes Gesamtkonzept geschaffen, Schwerpunkte und Zielsetzungen für die nächsten Jahre formuliert werden.
Stärken können besser herausgearbeitet werden, Festivals wie „Starke Stücke“ besser positioniert werden.

In einem weiteren Antrag der GRÜNEN geht es darum, die Chance nicht zu verpassen, die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen fest in die Konzeption der Ganztagsschulen zu verankern. Die Theater sind gezwungen, u.a. auf den durch die Einführung der achtjährigen Gymnasialzeit erzeugten Lern- und Zeitdruck zu reagieren, und verstärkt den Weg in die Schule zu suchen. Trotzdem darf das Erleben des originären Theaterereignisses nicht auf der Strecke bleiben. Qualitativ gute Projekte müssen hier ausgebaut und noch besser gefördert werden. Letztlich geht es darum, mittels kreativen Konzepten und Projekten, die Teilhabe aller Kinder und Jugendliche an Theater zu ermöglichen.

In einem dritten Antrag der GRÜNEN mit dem Titel “Kinder- und Jugendtheaterpreis ins Rampenlicht rücken“ wird der Magistrat gebeten zu prüfen und anschließend zu berichten, inwieweit die alle 2 Jahre in Frankfurt stattfindende Preisverleihung des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises öffentlichkeitswirksamer gestaltet werden kann und ob ein adäquater Aufführungsort für die ersten Preisträger in Frankfurt gefunden werden kann.

„Wir möchten, dass der Kinder- und Jugendtheaterpreis in Frankfurt, möglicherweise im Rahmen eines Festivals, das ein weiteres Highlight neben dem bereits stattfindenden Festivals „Starke Stücke“ sein könnte, eine bessere Resonanz findet und Frankfurt als Standort für Kinder- und Jugendtheater stärkt“, so Hambrock abschließend.

Die Anträge NR 941, 942 und 944 können über das Parlamentsinformationssystem der Stadt Frankfurt aus dem Internet runtergeladen werden: www.stvv.frankfurt.de/parlis/parlis.htm