GRÜNE über Land Hessen und Staatliches Schulamt empört: Weiterhin nicht genügend Plätze für Schüler mit Behinderung im Gemeinsamen Unterricht!

Zum Bericht des Magistrats zur gemeinsamen Anfrage von CDU und GRÜNEN „Gemeinsamer Unterricht im Schuljahr 2008/09“ (B 675/08) erklärt der bildungspolitische Sprecher der GRÜNEN im Römer, Manuel Stock:

Wir GRÜNE sind empört, dass im aktuellen Schuljahr in Frankfurt 16 Schülerinnen und Schüler mit anerkanntem sonderpädagogischen Förderbedarf nicht am Gemeinsamen Unterricht (GU) von behinderten und nicht-behinderten Kindern teilhaben können und dies trotz ausdrücklichem Elternwunschs. Bei 107 Anmeldungen sind das knapp 15%.
Der GU hat sich – sowohl für die Schüler mit Behinderung, als auch für die ‚Regelschüler’ – seit Jahren als erfolgreich bewiesen.

Die Stadt Frankfurt hat im Jahr 2007 mit der Verabschiedung des ‚Schulentwicklungsplans sonderpädagogische Förderung’ ein quantitativ erweitertes und regional ausgeglichenes Angebot für den Gemeinsamen Unterricht beschlossen. Das Land Hessen betreibt aber auch bei Schülern mit Behinderung Exklusion statt Inklusion. Die Anzahl der Plätze stagniert, es erfolgen keine neuen Stellenzuweisungen mehr und bestehende Systeme werden zerschlagen – wie das Beispiel der Halbierung der Anzahl der GU-Klassen an der Römerstadtschule zeigt.

Das Land Hessen und das Staatliche Schulamt müssen endlich einen bedarfsgerechten Ausbau des Gemeinsamen Unterrichts in Frankfurt einleiten und dürfen nicht länger ebendieser Zielsetzung der Stadt entgegenstehen.

Der rot-GRÜNE Koalitionsvertrag hatte auf Initiative der GRÜNEN für die Beschulung von Schülern mit Behinderung einen Paradigmenwechsel vorgesehen. Der zentrale Satz lautete: „Unser Ziel ist es, den GU innerhalb von zehn Jahren von der Ausnahme zur Regel zu machen“. Die GRÜNEN bedauern zutiefst, dass der Paradigmenwechsels beim Gemeinsamen Unterricht an der SPD unter Andrea Ypsilanti gescheitert ist.