GRÜNE gratulieren Margarethe von Trotta zum Adorno-Preis

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 10. September 2018

Die GRÜNEN im Römer gratulieren Margarethe von Trotta herzlichst zur Überreichung des Theodor W. Adorno-Preises der Stadt Frankfurt am Main. "Wir freuen uns, dass mit Margarethe von Trotta wieder eine Frau mit dem Adorno-Preis eine der wichtigsten Kulturauszeichnungen Deutschlands erhält. Von Trotta ist eine der bedeutendsten Filmemacherinnen des deutschen Kinos und hat unter anderem mit ihren filmischen Portraits starker Frauen beeindruckt. So hat sie das Leben von Rosa Luxemburg, Hildegard von Bingen oder auch Hannah Arndt zum Gegenstand ihrer Filme gemacht. Frauen, die sich den Brüchen und Zumutungen ihrer jeweiligen Zeit mit ihrer persönlichen Stärke und großer Intelligenz und dezidiertem Willen zur Veränderung den gesellschaftlichen als auch politischen Verhältnissen stellen", erklärt Sebastian Popp, kulturpolitischer Sprecher.

Margarethe von Trotta ist eine Frau, die sich früh emanzipiert und auch politisch eingemischt hat. So hat sie sich zum Beispiel schon 1971 an der Kampagne "Wir haben abgetrieben!" gegen den § 218 beteiligt und mit den Regisseurinnen Helma Sanders-Brahms und Helke Sander 1979 eine Arbeitsgemeinschaft für Frauen beim Film gründet. Auch die aktuelle Initiative "Pro Quote Regie" (heute "Pro Quote Film") hat sie von Beginn an unterstützt.

Mit ihren Filmen hat sie Filmgeschichte geschrieben. Es zeichnet sie aus, dass sie sich in das Leben ihrer Protagonistinnen vertieft und was sie erinnert und bewegt, verfilmt sie. Mit ihrem dritten Film "Die bleierne Zeit" (1981) erregte sie allgemeines Aufsehen und begründete ihren internationalen Ruhm. Für ihn erhielt von Trotta als erste Frau nach dem Krieg den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig.

"Sie ist ein starker, couragierter, unangepasster Geist und hat sich immer auf die Seite der Frauen gestellt. Es ist an der Zeit und mehr als überfällig, dass Frauen geehrt werden! Mit Margarethe von Trotta erhält eine Grande Dame des Films den Theodor W. Adorno-Preis. Das imponiert uns und macht uns stolz", betont Sebastian Popp abschließend.