Unterstützung für Ansgar Wucherpfennig

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 17. Oktober 2018

Zur aktuellen Debatte um den Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, dem von Rom die Unbedenklichkeitserklärung verweigert wird und der damit die Leitung der Hochschule nicht weiter ausüben kann, erklärt Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer:

"Die aktuelle Auseinandersetzung um das 'Nihil obstat', die Unbedenklichkeitserklärung für den Hochschulrektor Ansgar Wucherpfennig, die ihm aus Rom verweigert wird, droht der katholischen Kirche und der Hochschule Sankt Georgen ganz erheblich zu schaden. Pater Ansgar Wucherpfennig stellt Kirche in keiner Weise in Frage. Im Gegenteil: Er diskutiert den Umgang mit unterschiedlichen Positionen innerhalb der katholischen Kirche, die sich in der heutigen Zeit nicht mehr vermitteln lassen. Insbesondere plädiert er für eine andere Haltung zur Homosexualität und hat homosexuelle Paare gesegnet und er spricht sich für ein Diakonat für Frauen aus - und versucht so, Kirche auch in der heutigen Zeit und der heutigen Gesellschaft als relevanten Ansprechpartner und moralische Instanz zu erhalten. Es ist nicht zu verstehen, dass konservative Kreise in Rom sich anmaßen dieses Verhalten zu unterbinden und zu bestrafen. Ich freue mich daher über die breite Unterstützung aus Kirche, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik für Pater Ansgar Wucherpfennig und wir schließen uns ausdrücklich an. Für uns sind die Kirchen wichtige Ansprechpartner in der Gesellschaft und zentrale Partner einer engagierten, solidarischen und menschenfreundlichen Stadt - und zwar wenn und solange sie die gesellschaftliche Vielgestaltigkeit und Offenheit wertschätzen. Damit das auch weiter so bleibt, unterstützen wir alle, die von Rom die Rücknahme der Einsprüche und Forderungen erwarten und eine Position des Dialogs nicht verhindern sondern befördern wollen."