Bei der Debatte um die Gestalt der Paulskirche Zurückhaltung üben

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 02. Juli 2019

"In der Diskussion um die Zukunft der Paulskirche wäre es wichtig, dass sich alle Beteiligten in etwas mehr Zurückhaltung üben und äußern. Zur Diskussion um die Gestalt der Paulskirche als Symbol der Demokratie, gibt es einen Antrag der Koalitionsfraktionen der kurz davor steht, in das parlamentarische Verfahren eingebracht zu werden. Dass dieser kurz vor der Sommerpause durch die SPD-Fraktion angehalten wurde, ist sehr bedauerlich und ein Eingriff in die normalen Abläufe", erklärt Sebastian Popp, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer.

"Der Antrag der Koalitionsfraktionen fordert explizit 'bei der Sanierung der Paulskirche zum "Haus aller Deutschen" die 1948 gewählte Ausstattung und Erscheinungsform zu respektieren und von einer historisierenden Sanierung, insbesondere durch Einbau der Emporen im Inneren der Paulskirche, abzusehen'. Denn die Gestalt der heutigen Paulskirche ist das Ergebnis von Debatten verschiedenster gesellschaftlicher und politischer Gruppen Frankfurts um das Jahr 1948. Die Paulskirche steht in ihrer heutigen Form als Einzelkulturdenkmal unter Denkmalschutz, da sie ein wichtiges Zeugnis deutscher Geschichte und ein Symbol für den demokratischen Neubeginn nach der Zeit der Nationalsozialisten ist. Ihr Wiederaufbau ist nach dem Krieg bewusst einfach gehalten worden. Natürlich kann es Verbesserungen an der einen oder anderen Stelle geben, gar keine Frage, aber alles unter Wahrung des Denkmalschutzes. Wir können gerne darüber streiten, was man besser machen kann, aber für uns ist klar, die Nachkriegsmoderne des demokratischen Deutschlands muss bleiben", so Popp weiter.

"Es ist bedauerlich, dass der Oberbürgermeister die Debatte um die Gestalt der Paulskirche an sich reißt und damit der Eindruck entsteht, er wolle die Rekonstruktionsdebatte wieder aufnehmen. Rekonstruktionen können identitätsstiftend sein, im Falle der Paulskirche ist aus Sicht des Denkmalschutzes sowie aus geschichtlicher, den bereits genannten ideellen und auch aus baulichen Gründen angezeigt, ihre jetzige Gestalt zu respektieren. Die Paulskirche ist seit mehr als 70 Jahren Symbol freiheitlich-parlamentarischer Demokratie in Deutschland, dies wollen wir respektieren und danach handeln. Nicht alles, was man diskutieren kann, macht auch Sinn", so Popp abschließend.