Größtmöglicher politischer Konsens ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Großprojekt Bühnen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 09. Dezember 2019

Im Sommer 2017 wurde eine Machbarkeitsstudie mit drei Varianten zu Sanierung oder Neubau der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz vorgelegt. Mit dem Antrag NR 539 haben die Koalitionsfraktionen im März 2018 ein umfangreiches Arbeitspaket mit sechs Punkten für den Magistrat vorgelegt, das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde.

"Die GRÜNEN im Römer hoffen, dass nach den vielen Verschiebungen die Stabsstelle Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt jetzt endlich in dieser Woche etwas konkretes auf den Tisch legt", so der kulturpolitische Sprecher Sebastian Popp. "Wir haben darauf sehr lange gewartet. Die vielen sich widersprechenden und Einzelteile behandelnden Stellungnahmen der letzten Wochen waren in der Sache wenig hilfreich", so Popp weiter.

Die Entscheidung für einen Neubau oder eine Sanierung, ist eine für Jahrzehnte und sollte deshalb idealerweise Entwicklungen und Veränderungen der Theaterlandschaft versuchen zu berücksichtigen. Eine Auseinandersetzung mit elementaren und erheblich kostenwirksamen Theaterstrukturfragen bezüglich der Zielgruppen, Ausrichtung, Gagen, Ensemblegrößen sowie Management- und Führungsstrukturen müssen vor baulichen Entscheidungen getroffen werden. Beispielhaft für solche konzeptionellen Fragestellungen ist etwa, ob ein Tanzsparte oder eine Kinderoper Teil künftiger Planungen ist.

"Diese Debatten haben in den letzten zwei Jahren viel zu wenig stattgefunden. Wir sollten weniger über Grundstück und Bauplätze und mehr über Konzepte und Inhalte diskutieren", so Popp.

Die GRÜNEN im Römer haben sich deutlich für einen Verbleib der Bühnen, für die Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz ausgesprochen. Ein alternativer Standort unter der Prämisse Theater und Oper nicht zu trennen, konnte trotz erheblicher Bemühungen bis heute nicht gefunden werden. "Ich würde mir hier mehr Phantasie und weniger Denkverbote wünschen. Eine Vermarktung des Geländes, wie es immer wieder in die Debatte gebracht wird, können wir uns jedoch keinesfalls vorstellen", so Popp.

Der Interimszeit, in der Schauspiel und/oder Oper über keine angestammte Spielstätte verfügen, kommt unabhängig von Neubau oder Sanierung eine zentrale Rolle zu. Deutlich geworden ist in den Debatten und Besichtigungen, dass eine Interimslösung für einen längeren Zeitraum - deutlich mehr als zwei Jahre - die Gefahr substanziellen Qualitätsverlustes mit sich bringt (Abwanderung von Personal - künstlerisch und technisch, Verlust von Zuschauer*innen).

"Das immer wieder sowohl als Standort als auch als möglicher Ort eines Proben- und Werkstattzentrums ins Gespräch gebrachte Raab Karcher Gelände im Osthafen widerspricht, jenseits der Frage seiner Tauglichkeit, den bestehenden Festlegungen der Koalition", so Popp. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass "wir den Osthafen als Industriestandort sichern" und den Hafenanliegern langfristige "Investitionssicherheit" (Hafenkonzept 2030+) geben wollen. Eine Auslagerung von Funktionsbereichen wie Werkstätten und Probebühnen kann nur Teil einer Grundsatzentscheidung sein und darf in keinem Fall zur Vorfestlegung führen.

"Für die GRÜNEN im Römer ist die zentrale Voraussetzung, um ein Großprojekt wie den Neubau oder die Sanierung der Städtischen Bühnen erfolgreich realisieren zu können, ein größtmöglicher Konsens in der Stadtpolitik", so Popp. "Deshalb hoffen wir weiter unbeirrt, dass uns die diese Woche vorgelegten Ergebnisse auf diesem Weg ein Stück weiter bringen, Stimmungen und Einzelmeinungen durch Fakten ersetzt werden", so Popp abschließend.